Razzia gegen rechtsextreme Jugendgruppen in Sachsen-Anhalt
Razzia gegen rechtsextreme Jugendgruppen

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia haben Polizeibeamte am Mittwoch die Wohnungen von mutmaßlich rechtsextremen Rädelsführern in Sachsen-Anhalt durchsucht. Die Generalbundesanwaltschaft teilte mit, dass sich die Ermittlungen gegen zwei 19-jährige und einen 20-jährigen Mann aus dem Burgenlandkreis, dem Bördekreis und dem Harz richten. Ihnen wird vorgeworfen, eine treibende Kraft innerhalb der rechtsextremen Gruppen „Jung und Stark“ sowie „Deutsche Jugend Voran“ zu sein.

Durchsuchungen in mehreren Bundesländern

In Sachsen-Anhalt gab es insgesamt sieben Durchsuchungen, wie Michael Ramöller, Sprecher der Bundesanwaltschaft, erklärte. Neben den Wohnungen der drei Beschuldigten durchsuchten die Beamten auch vier weitere Häuser, in denen die Tatverdächtigen nicht wohnen, möglicherweise Wohnungen von Verwandten. Die Aktion ist Teil einer umfangreichen Razzia in zwölf Bundesländern, bei der insgesamt 50 Häuser durchsucht wurden. Die Justiz hat 36 Tatverdächtige im Visier, bei denen es sich größtenteils um Jugendliche und Heranwachsende unter 21 Jahren handelt.

Vorwürfe: Mitgliedschaft in krimineller Vereinigung und Körperverletzung

Neben der Mitgliedschaft in rechtsextremen Vereinigungen werfen die Ermittler acht der Beschuldigten auch gefährliche Körperverletzung vor. Sie sollen linke Aktivisten und Personen, die sie für pädophil hielten, angegriffen und verletzt haben. Die Bundesanwaltschaft mit Sitz in Karlsruhe ist für Staatsschutzdelikte zuständig, etwa bei Terrorismus oder Gefahren für die Staatsordnung. Der Razzia gingen offenbar langwierige Ermittlungen voraus.

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Bundesweites Netzwerk gewaltbereiter Rechtsextremer

Im Fall der Gruppen „Jung und Stark“ und „Deutsche Jugend Voran“ geht die Justiz von einem bundesweiten Netzwerk gewaltbereiter Rechtsextremer aus. Diese sollen in regionale Gruppen mit lokalem Führungskader gegliedert sein. In Sachsen-Anhalt traten die Gruppen laut Verfassungsschutzbericht seit 2024 als Störer von Veranstaltungen der queeren Szene wie dem Christopher Street Day (CSD) auf. Sie riefen zu Gewalt auf und verbreiteten fremdenfeindliche und menschenverachtende Inhalte, was eine antidemokratische Haltung fördere.

Keine Festnahmen, Beweismittel werden ausgewertet

Bei der Razzia am Mittwoch gab es keine Festnahmen. Die sichergestellten Beweismittel werden nun ausgewertet, wie Behördensprecher Ramöller mitteilte. Die Ermittlungen dauern an.

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