Rechtsextreme Gewalt in Deutschland: Anstieg der Straftaten setzt sich fort
Die Entwicklung hin zu mehr politisch motivierten Gewalttaten mit rechtem Hintergrund hat sich im Jahr 2025 weiter fortgesetzt. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesregierung wurden bundesweit 1.521 Fälle von politisch motivierter Gewalt aus dem rechten Spektrum aktenkundig. Dies stellt einen erneuten Anstieg gegenüber dem Vorjahr dar, in dem die Statistik des Bundeskriminalamts 1.488 rechts motivierte Gewalttaten verzeichnete. Bereits 2024 war die Zahl gegenüber dem Vorjahr mit 1.270 Gewalttaten deutlich gestiegen.
Bundesregierung verweist auf mögliche Nachmeldungen
In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion weist die Bundesregierung darauf hin, dass sich die Zahlen aufgrund von Nachmeldungen noch verändern können. Dies liegt nicht nur an den Meldeverfahren von den Ländern an das BKA, sondern auch daran, dass sich die politische Motivation manchmal erst nachträglich herausstellt. Insgesamt wurden im Jahr 2025 mehr als 41.000 rechts motivierte Straftaten registriert, was einem leichten Rückgang von etwa vier Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings könnte sich dieser Rückgang nach endgültiger Auswertung als geringer erweisen.
Typische Straftaten und Gewaltdelikte
Zu den typischen politisch motivierten Straftaten zählen:
- Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole
- Volksverhetzung
- Beleidigung
Bei den Gewaltdelikten handelt es sich insbesondere um:
- Tötungsdelikte
- Körperverletzung
- Landfriedensbruch
- Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr
- Freiheitsberaubung
- Widerstandsdelikte
Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass der Polizei im Oktober und Dezember 2025 jeweils ein rechts motiviertes versuchtes Tötungsdelikt bekannt wurde.
Kritik der Linksfraktion an der Bundesregierung
Ferat Kocak, Innenpolitiker der Linksfraktion, wirft der Bundesregierung vor, den Rechtsextremismus zu verharmlosen. „Rechte Gewalt eskaliert weiter und die Bundesregierung schaut weg“, erklärt der Bundestagsabgeordnete aus Berlin-Neukölln. Um der zunehmenden Gewalt entgegenzuwirken, fordert Kocak unter anderem eine dauerhafte Finanzierung von Opferberatungsstellen und anderen Projekten gegen Rechtsextremismus.
Prozess gegen mutmaßliche Rechtsterroristen steht bevor
Die Bundesanwaltschaft war im Mai 2025 mit Festnahmen und Durchsuchungen in mehreren Bundesländern gegen die mutmaßlich rechtsterroristische Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ vorgegangen. Laut Bundesanwaltschaft sollte die Gruppe durch Gewalttaten gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems herbeiführen. Geplant waren insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. Die Beschuldigten waren zum Zeitpunkt der Razzia zwischen 14 und 21 Jahre alt. In Hamburg soll im März 2026 der Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer dieser Gruppe beginnen.
Die anhaltende Entwicklung rechtsextremer Gewalt in Deutschland zeigt, dass das Problem weiterhin akut ist und sowohl von Sicherheitsbehörden als auch von der Politik konsequent bekämpft werden muss.



