Saisonstart in Warnemünde: Rettungsschwimmer im Einsatz
Saisonstart: Rettungsschwimmer in Warnemünde bereit

Die Badesaison an der Ostseeküste hat begonnen: Seit dem Vatertag sind die Rettungsschwimmer in Warnemünde im Einsatz. In Markgrafenheide startete die Saison bereits am vergangenen Wochenende. Insgesamt werden während der Saison rund 250 ehrenamtliche Rettungsschwimmer an den Stränden von Warnemünde und Markgrafenheide aktiv sein. Der Dienst beginnt täglich um 8.45 Uhr und endet regulär um 18 Uhr. In der Hauptsaison und bei starkem Besucherandrang wird die Dienstzeit bei Bedarf verlängert.

Koordination und Vorbereitung

Die Einsätze werden am Hauptturm 3 auf Höhe des Hotels Neptun koordiniert. Dort steht zusätzliches Material für medizinische Notfälle bereit. Vor Dienstbeginn findet eine Mannschaftsbesprechung statt, bei der die Teams Fahrzeuge, Notfallrucksäcke, Medikamente und Geräte überprüfen. „Wir schauen, ob alles vollständig ist und einsatzbereit“, erklärt Rettungsschwimmer Pierre Hanel (25), der eine Ausbildung zum Notfallsanitäter absolviert. Anschließend wird die Lage am Wasser bewertet. Besonderes Augenmerk gilt Kindern an der Wasserkante, Alleinschwimmern, Strömungen und den Bereichen an den Molen.

Ablauf bei Einsätzen

Kommt beispielsweise ein Kind abhanden, werden Suchketten organisiert, die Wasserfläche gesichert und Polizei sowie Feuerwehr eingebunden. Die Strandwache ist an die Leitstelle der Feuerwehr angebunden und rückt bei Notrufen mit Material und Personal aus. Sind Notfallsanitäter im Dienst, können sie im Rahmen ihrer Kompetenzen Medikamente verabreichen.

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Besetzung und Ausrüstung

Ein Standardturm ist mit mindestens zwei Rettungsschwimmern besetzt, davon eine Person über 18 Jahre. Am Hauptturm arbeiten zusätzlich Kräfte mit erweiterter medizinischer Qualifikation. An jedem Turm stehen ein Notfallrucksack und ein automatisierter externer Defibrillator (AED) bereit. „Zur Ausstattung gehören unter anderem Verbandsmaterial, Beatmungsbeutel, Blutdruckmessgerät, ein System zur Atemwegssicherung und eine Absaugpumpe“, so Hanel. Bei größeren Einsätzen kommt ein Quad-Bike mit zusätzlichem Material zum Einsatz. „Wir sind praktisch vorbereitet für die Reanimation“, sagt Hanel. Das AED-Gerät unterstützt dabei und entscheidet, ob ein Stromstoß erforderlich ist.

Training und Herausforderungen

Die Rettungskräfte trainieren auch während des Dienstes. Neben Schwimmeinheiten gibt es Einsatzübungen, etwa für verschiedene Strömungslagen. „Für viele aus dem Inland ist die Ostsee etwas anderes als der Badesee – das muss man üben“, betont Hanel.

Kritik an Unterkünften

Warnemünde verfügt über sieben Wachtürme inklusive Hauptturm, Markgrafenheide über fünf. Baujahr 1992. Je nach Saison und Personal werden nicht alle Türme gleichzeitig besetzt. Hanel übt vorsichtig Kritik an den Unterkünften in Markgrafenheide, wo noch Finnhütten genutzt werden. „Sie entsprechen nicht mehr dem Stand“, sagt er. „Es wurde durch die Gremien der Stadt versprochen, uns neue Unterkünfte bis dieses Jahr zur Verfügung zu stellen.“ Auswärtige Ehrenamtliche ließen sich mit den alten Standards nur schwer gewinnen.

Motivation der Helfer

Warum engagieren sich die jungen Leute ehrenamtlich? Der Teamzusammenhalt spiele eine wichtige Rolle, sagt Hanel. „Wenn man jemandem nach einer Verletzung schnell helfen konnte, ist das einfach gut.“

Wie wird man Rettungsschwimmer?

„Wer mitmachen möchte, braucht mindestens das Rettungsschwimmabzeichen, einen Erste-Hilfe-Kurs und sollte 16 Jahre alt sein.“ Entscheidend sei auch, die eigenen Grenzen realistisch einzuschätzen. Die häufigste Gefahrenursache im Badebetrieb bleibt die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. „Ebenso wie die Unterschätzung von Strömung und Wellen“, fügt Hanel hinzu, während er gelassen auf die Ostsee blickt.

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