Schaffner von Schwarzfahrer getötet: Kinder sollen bei Großeltern aufwachsen
Schaffner getötet: Kinder sollen bei Großeltern leben

Tragischer Tod eines Zugbegleiters: Familie kämpft um die Zukunft der Kinder

In einer schockierenden Gewalttat wurde der 36-jährige Zugbegleiter Serkan Calar bei einer Ticketkontrolle im Regionalexpress nahe Landstuhl von einem Schwarzfahrer niedergeprügelt. Zwei Tage später erlag der Familienvater in der Uniklinik Homburg seinen schweren Verletzungen, darunter eine tödliche Hirnblutung. Die Tat ereignete sich im Februar 2026 und erschütterte die Region nachhaltig.

Kinder am Sterbebett des Vaters

Die beiden Söhne Ali Ekber (11) und Erdal (13) waren bis zuletzt an der Seite ihres Vaters. Sie wachten am Krankenbett und mussten mit ansehen, wie Serkan Calar den Kampf um sein Leben verlor. „Die Jungs haben ihren Vater sterben sehen, es war furchtbar“, berichtet Großvater Erdal unter Tränen. Der Großvater selbst erlitt einen Herzinfarkt, als er die tragische Nachricht vom Tod seines Sohnes erhielt.

Nach der Trennung von der Mutter hatten sich die Kinder bewusst dafür entschieden, beim Vater zu leben. Serkan Calar erhielt daraufhin das alleinige Sorgerecht und wurde zum Mittelpunkt im Leben seiner Söhne. Die kleine Familie lebte gemeinsam mit den Großeltern in einem Haus und bildete eine unerschütterliche Einheit – bis zu dem verhängnisvollen Montag im Februar.

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Trauerfeier in der Türkei und ungewisse Zukunft

Einen Tag nach dem Tod des Vaters reisten die beiden Jungen mit ihrem Großvater in die Türkei, die Heimat der Familie. Fünf Tage nach dem brutalen Angriff wurde Serkan Calar dort beigesetzt. Für seine Söhne war dies der schwerste Gang ihres jungen Lebens. Sie streichelten den Sarg, in dem der Leichnam ihres Vaters lag, und nahmen unter großer Anteilnahme der Trauergemeinde Abschied.

Zurück in Deutschland steht nun die Frage im Raum, wo die beiden Jungen künftig leben sollen. Die Familie ist sich sicher, dass Serkan gewünscht hätte, dass seine Söhne bei den Großeltern aufwachsen – in dem vertrauten Haus, in dem sie bereits mit ihrem Vater zusammenlebten.

Familiengericht muss über Sorgerecht entscheiden

Doch die Situation ist rechtlich komplex. Nach deutschem Recht muss zunächst das zuständige Familiengericht prüfen, ob das Sorgerecht an die Mutter der Kinder übertragen werden kann. Sollte dies nicht möglich sein oder die Mutter dies ablehnen, richtet das Gericht eine Vormundschaft für die minderjährigen Kinder ein.

Diese Vormundschaft können entweder Mitarbeiter des Jugendamtes mit pädagogischem Hintergrund oder aber die Großeltern übernehmen. Das Gericht wird außerdem untersuchen, ob der verstorbene Vater eine Sorgerechtsverfügung hinterlassen hat, in der er möglicherweise bereits die Großeltern als Sorgeberechtigte eingesetzt hatte.

Der 26-jährige griechische Tatverdächtige Ioanni V. wurde festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Die Polizei überbrachte der Familie die schreckliche Nachricht von dem Angriff, der nun das Leben der beiden Jungen für immer verändert hat.

Yalcin Tekinoglu, der Anwalt der Familie, begleitet sie in diesen schwersten Stunden. „Ich habe selbst meine Mutter verloren, als ich elf Jahre alt war“, erklärt der Jurist, der genau nachvollziehen kann, was die Kinder durchmachen. Er half sogar mit, den Sarg durch die Trauergemeinde in Ludwigshafen zu tragen, und steht der Familie nun auch rechtlich zur Seite.

Die Tragödie um Serkan Calar zeigt nicht nur die Gefahren, denen Zugbegleiter im Dienst ausgesetzt sind, sondern wirft auch grundlegende Fragen zum Schutz von Familien in solchen Ausnahmesituationen auf. Während die Justiz über den Täter urteilen wird, beginnt für die beiden Söhne ein neuer Lebensabschnitt – ohne den Vater, der ihr ganzer Halt war.

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