Gewalt im Amateurfußball: Schlag gegen Linienrichter – Spieltag abgesagt
Schlag gegen Linienrichter: Spieltag in Thüringen abgesagt

Der kommende Spieltag im Amateurfußball in Westthüringen wird von einem Streik der Unparteiischen überschattet. Auslöser ist ein tätlicher Angriff eines Spielers auf einen minderjährigen Linienrichter. Alle Männer-Fußballspiele auf Kreisebene wurden abgesagt. Von Freitag bis Sonntag streiken die Schiedsrichter nach der Tat vom vergangenen Wochenende, der Kreisfußballausschuss Westthüringen (KFA) stellt keine Unparteiischen zur Verfügung. In einem offenen Brief teilte der KFA mit, dass die Spiele der Kreisoberliga, der Kreisliga und der 1. Kreisklasse vom 15. bis 17. Mai ausfallen und neu terminiert werden.

Hintergrund des Vorfalls

Im Kreisoberliga-Spiel zwischen dem EFC 08 Ruhla und dem FC Eisenach am vergangenen Sonntag sah ein Eisenacher Spieler nach einem Platzverweis die Gelb-Rote Karte. In der folgenden Rudelbildung kam es laut KFA zu einem „Faustschlag in den Brustkorb“ des Linienrichters. Das Spiel wurde abgebrochen, ein Krankenwagen gerufen. Die Verletzung des Schiedsrichterassistenten erwies sich glücklicherweise als nicht ernsthaft.

Reaktion des Kreisfußballausschusses

Der KFA erklärte: „Dieser Vorfall stellt den bisherigen Höhepunkt einer erschütternden Entwicklung dar. Seit Jahren spüren wir eine zunehmende Verrohung der Sitten auf unseren Sportplätzen. Beleidigungen, Diskriminierungen und Gewalthandlungen halten Einzug auf unsere Sportplätze.“ Dem Ausschuss sei bewusst, dass das Absetzen eines gesamten Spieltags im Männerbereich eine drastische Maßnahme sei. Jedoch müsse ein derart grenzüberschreitender Vorfall mit aller Deutlichkeit und Konsequenz beantwortet werden. Für den KFA stehe fest, dass nun eine Grenze erreicht sei, die eine entschlossene Reaktion erforderlich mache.

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Reaktion des FC Eisenach

Die Eisenacher bedauerten das Geschehen und suspendierten den betroffenen Spieler vorläufig. Der Vorfall sei nach ihrem Kenntnisstand allerdings nicht so abgelaufen wie geschildert. Dennoch stellte sich der Verein hinter die Entscheidung des KFA, um ein Zeichen gegen jegliche Form von Gewalt zu setzen.

Ausnahmen und Gedenkminuten

Spiele des Nachwuchses, der Frauen und der Alten Herren finden hingegen statt. Sie sollen in der 10. Spielminute für fünf Minuten unterbrochen werden. Während dieser Zeit begeben sich alle Spieler in ihre Strafräume, der Schiedsrichter verbleibt im Mittelkreis. Dazu soll eine Lautsprecherdurchsage erfolgen. Diese Maßnahmen sollen ein Zeichen der Solidarität mit den Schiedsrichtern setzen und die Bedeutung von Respekt und Fairplay im Fußball unterstreichen.

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