Schwere Vorwürfe gegen Berliner Schulleiter: Angeblich erfundener Mordanschlag
Der Leiter der Deutsch-Arabischen Schule "Ibn Khaldun" in Berlin-Neukölln, Hudhaifa Al-Mashhadani (44), steht im Zentrum schwerwiegender Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft prüft den Verdacht, dass der Schulleiter einen Mordanschlag auf sich selbst erfunden haben könnte. Der als Aushängeschild der Berliner Migrationspolitik geltende Pädagoge hatte im November 2025 auf Facebook von einem gefährlichen Vorfall am U-Bahnhof Rathaus Neukölln berichtet.
Widersprüchliche Darstellungen des Vorfalls
In seinem detaillierten Social-Media-Post schilderte Al-Mashhadani, er sei "von einer unbekannten Person gezielt und mit erheblicher Kraft von hinten gestoßen worden" - genau in dem Moment, als eine U-Bahn in den Bahnhof einfuhr. Nur durch eine äußerst schnelle Reaktion habe er einen "potenziell lebensgefährlichen Sturz" verhindern können. Der Schulleiter veröffentlichte sogar eine Täterbeschreibung und löste damit bundesweite Besorgnis aus.
Doch Überwachungsaufnahmen zeigen ein anderes Bild: Kameraaufnahmen vom U-Bahnhof, die der "Tagesspiegel" veröffentlichte, zeigen Al-Mashhadani, wie er den Bahnsteig entlangläuft und ohne Zwischenfall in den ersten Wagen der U-Bahn einsteigt. Statt eines Angriffs ist zu sehen, wie ein anderer Passagier den Schulleiter beobachtet und mit einer Geste signalisiert: "Ich habe dich im Blick."
Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen offiziell bestätigt. Sprecher Alan Bauer erklärte auf BILD-Anfrage: "Es gibt weitere Ermittlungen wegen des Angriffs. Beide Verfahren laufen noch, auch das wegen des mutmaßlichen Angriffs. Die Überwachungsbilder vom U-Bahnhof sind Gegenstand des aktuellen Ermittlungsverfahrens." Konkretere Angaben zu den Ermittlungen machte die Behörde nicht.
Al-Mashhadani selbst ließ eine Anfrage von BILD unbeantwortet. Die Pressestelle der Deutsch-Arabischen Schule teilte lediglich mit: "Aufgrund der aktuellen Situation sowie laufender rechtlicher Prüfungen können wir derzeit leider keine Interviews führen oder ausführliche Stellungnahmen abgeben."
Die Deutsch-Arabische Schule im Fokus
Die von Al-Mashhadani vor fünf Jahren gegründete Bildungseinrichtung an der Berliner Karl-Marx-Straße unterrichtet etwa 700 Schülerinnen und Schüler mit 23 Lehrkräften. Das besondere pädagogische Konzept umfasst neben Arabisch-Unterricht auch Lektionen in jüdischer Geschichte, Holocaust-Aufklärung und demokratischer Bildung. Die Schule organisiert Synagogenbesuche, betreibt ein Projekt gegen Radikalisierung und führt Austauschprogramme mit israelischen Schulen durch.
Aus Sicherheitsgründen wird die Schule polizeilich bewacht, nachdem es zu Drohungen und Mordaufrufen durch radikale Israel-Gegner gekommen war. Der angebliche Angriff auf Al-Mashhadani hatte auch politische Reaktionen ausgelöst: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte die Tat auf X scharf verurteilt - eine Tat, die möglicherweise nie stattgefunden hat.
Medien berichteten früh über Zweifel
Bereits in der vergangenen Woche hatte die linksalternative Tageszeitung "taz" über den Fall berichtet und die Schilderungen des Schulleiters in Frage gestellt. Die nun veröffentlichten Überwachungsaufnahmen verstärken die Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Al-Mashhadanis Darstellung erheblich.
Die Deutsch-Arabische Schule, die eigentlich als Vorzeigeprojekt für gelungene Integration und interkulturellen Dialog galt, steht nun im Mittelpunkt eines juristischen und öffentlichen Skandals. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft könnten nicht nur Konsequenzen für den Schulleiter haben, sondern auch das Vertrauen in die Integrationsarbeit nachhaltig beschädigen.



