Nach einer kaltblütigen Gewalttat im nördlichen Ruhrgebiet fahndet die Polizei nach einem dringend tatverdächtigen Mann. Die Ermittler warnen: „Vorsicht, die Person verfügt vermutlich über eine Schusswaffe. Bitte sprechen Sie die Person nicht an, halten Sie Abstand und informieren Sie sofort die Polizei.“
Das Verbrechen in Marl
Das Verbrechen ereignete sich am Mittwoch gegen 22.30 Uhr im Osten von Marl (Nordrhein-Westfalen). Zunächst hatte das zuständige Polizeipräsidium in Recklinghausen nur bestätigt, dass an der Aral-Tankstelle an der Victoriastraße ein schwer verletzter Mann aufgefunden wurde. Später präzisierte die Staatsanwaltschaft Essen, dass er die Verletzungen zuvor in einer nahegelegenen Wohnung erlitten habe.
Opfer schleppte sich zur Tankstelle
Zu dieser Tankstelle schleppte sich der angeschossene Mann. Eine Nachbarin hörte mehrere Schüsse. Das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht, es bestand Lebensgefahr. Dessen Alter und Nationalität nannte die Polizei aufgrund von laufenden Ermittlungen nicht. Währenddessen sicherten Beamte der Kriminaltechnik in weißen Schutzanzügen Spuren in der Wohnung im Marler Stadtteil Hüls. Die Dachgeschoss-Wohnung, in der offenbar die Schüsse fielen, ist versiegelt worden.
Gegenüber BILD berichtete eine Nachbarin aus dem Mehrfamilienhaus, dass sie zur Tatzeit vier oder fünf Schüsse hörte, die offenbar in der Dachgeschoss-Wohnung fielen. Anschließend sei ein Mann laut schreiend durch das Treppenhaus nach unten gestürmt, berichtete die Frau weiter. Auf der Treppe des Mehrfamilienhauses waren Blutspuren zu sehen.
Mutmaßlicher Täter nutzt falsche Identität
Hintergründe und Motivlage zu dem Fall sind derzeit noch völlig unklar. Eine Mordkommission hat übernommen, es wird von einem versuchten Tötungsdelikt ausgegangen. Der Täter ist flüchtig, vermutlich mit einem Fahrzeug unterwegs. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass er von weiteren Personen begleitet wird“, so die Polizei. Er nutzt einen gefälschten kroatischen Ausweis, gibt sich als Ivan Babic aus. Tatsächlich heißt der Gesuchte aber Muhammet Acar. Er wurde in der Türkei geboren und ist 23 Jahre alt.
Wer kann Angaben zu seinem Aufenthaltsort, möglichen Begleitpersonen oder genutzten Fahrzeugen machen? Hinweise bitte an die Telefonnummer 0800 / 2361 111, per Mail an poststelle.recklinghausen@polizei.nrw.de oder auch anonym über das Hinweisportal der Polizei.



