Halle/Merseburg/MZ. Ein neues Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin in Halle hat seine Arbeit aufgenommen. Die Leitung übernimmt Hartmut Stefani, bisher Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Saalekreis. Das Mitteldeutsche Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin (MZKR) soll Kliniken, Pflegeheime und deren Mitarbeiter besser auf außergewöhnliche Notlagen vorbereiten.
Amokfahrt in Leipzig als Beispiel
Anfang Mai 2026 raste ein Auto durch das Zentrum von Leipzig. Zwei Menschen starben, viele wurden verletzt. Die Tat ereignete sich in einer der belebtesten Einkaufsstraßen der Stadt und endete erst an Pollern nahe der Thomaskirche. Für Hartmut Stefani ist dieser Vorfall ein klares Beispiel für die Notwendigkeit des neuen Zentrums. „Es geht um mehr als Terror und Desaster“, betont Stefani. Das Spektrum reiche von Amokfahrten über schwere Hitzewellen bis hin zu Kriegen.
Aufgaben des MZKR
Das MZKR soll Gesundheitseinrichtungen und ihr Personal gezielt auf solche Ausnahmesituationen vorbereiten. Dazu gehören Schulungen, die Entwicklung von Notfallplänen und die Vernetzung der Akteure. Stefani erklärt: „Wir müssen die Resilienz unserer Systeme stärken, damit sie auch unter extremen Bedingungen funktionieren.“ Das Zentrum wird vom Land Sachsen-Anhalt unterstützt und arbeitet eng mit den Rettungsdiensten der Region zusammen.
Die Gründung des MZKR ist eine Reaktion auf zunehmende Krisenlagen. Neben terroristischen Anschlägen spielen auch Naturkatastrophen und Pandemien eine Rolle. Stefani sieht seine Aufgabe darin, aus Erfahrungen zu lernen und präventiv zu handeln. „Jede Krise zeigt uns Schwachstellen auf. Wir müssen diese erkennen und beheben, bevor der nächste Ernstfall eintritt“, so der Mediziner.
Das Zentrum bietet Fortbildungen für medizinisches Personal an und erarbeitet Konzepte für die psychosoziale Notfallversorgung. Auch die Zusammenarbeit mit Pflegeheimen wird intensiviert, da diese Einrichtungen besonders verletzlich sind. Stefani betont: „In einer Krise müssen alle Räder ineinandergreifen. Dafür braucht es klare Strukturen und gut ausgebildete Mitarbeiter.“
Das MZKR hat seinen Sitz in Halle und wird zunächst mit einem kleinen Team starten. Mittelfristig ist ein Ausbau geplant. Die Finanzierung erfolgt über Landesmittel und Fördertöpfe des Bundes. Stefani ist zuversichtlich: „Wir haben in den letzten Jahren viel gelernt. Dieses Wissen wollen wir bündeln und in die Fläche tragen.“



