Berliner Jugendsenatorin fordert Konsequenzen nach Vergewaltigungsvorwürfen in Jugendzentrum
Senatorin fordert Konsequenzen nach Vergewaltigungsvorwürfen

Berliner Jugendsenatorin fordert klare Konsequenzen nach schweren Vorwürfen

Nach schwerwiegenden Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum im Berliner Bezirk Neukölln hat die zuständige Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) umgehende und deutliche Konsequenzen von den Verantwortlichen im Bezirk gefordert. Die Bildungs- und Jugendsenatorin äußerte sich im Berliner Abgeordnetenhaus deutlich: „Es reicht nicht, Betroffenheit zu bekunden“, betonte sie mit Nachdruck. „Jetzt geht es um klare und spürbare Konsequenzen, die unmittelbar umgesetzt werden müssen.“

Kritik an Bezirksverantwortlichen und fehlender Präsenz

Günther-Wünsch übte scharfe Kritik an den Verantwortlichen im Bezirk Neukölln und stellte insbesondere die Rolle des Bezirksbürgermeisters Martin Hikel (SPD) in Frage. „Das Bezirksamt Neukölln steht hier in der klaren Pflicht, denn die Personal- und Dienstverantwortung liegt ausschließlich im Bezirk“, erklärte die Senatorin. Sie fügte hinzu: „Nicht nur ich stelle mir die Frage, sondern auch viele Berlinerinnen und Berliner: Wo ist eigentlich der Bezirksbürgermeister Martin Hikel?“

Die Senatorin warf Hikel vor, sich nicht ausreichend zu dem Vorfall zu äußern und keine Verantwortung zu übernehmen. „Kein einziges Wort zu diesem Fall, keine Übernahme von Verantwortung“, kritisierte sie deutlich. „Stattdessen erleben wir die paradoxe Situation, dass eine Bezirksstadträtin, die selbst Gegenstand von Ermittlungen ist, an der Aufklärung mitwirken soll, während der Bezirksbürgermeister nicht präsent ist.“

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Hintergrund der schweren Vorwürfe und Ermittlungen

Der Jugendclub in Neukölln ist seit dem 13. März geschlossen. Nach aktuellen Ermittlungen soll eine 16-jährige Jugendliche Ende des Jahres 2025 in der Einrichtung von mehreren Teenagern vergewaltigt und anschließend bedrängt worden sein. Erstaunlicherweise erfuhr die Polizei erst durch die Anzeige des Vaters des Mädchens von dem Vorfall, die laut Staatsanwaltschaft am 23. Februar erstattet wurde.

Weder die betroffene Einrichtung selbst noch das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln hatten zunächst eine Strafanzeige erstattet, was zu erheblicher Kritik führte. Nach Angaben des Bezirksamts wurde das Jugendamt bereits am 28. Januar über die Vorfälle informiert. Die zuständige Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) erfuhr jedoch erst am 2. März davon.

Widersprüchliche Angaben und erste personelle Maßnahmen

Nach bisherigen Aussagen der Stadträtin Nagel hatte das Jugendamt zunächst entschieden, nur dann Strafanzeige zu stellen, wenn das ausdrückliche Einverständnis des Opfers vorliegt. Allerdings gibt es zu dieser Entscheidung widersprüchliche Angaben und unterschiedliche Darstellungen.

Inzwischen wurden erste personelle Konsequenzen gezogen. Am Mittwoch hatte Stadträtin Nagel mitgeteilt, dass eine Person im Jugendamt auf eine andere Stelle innerhalb der Verwaltung umgesetzt worden ist. Weitere personalrechtliche Schritte werden nach Angaben der Stadträtin im Laufe des laufenden Aufklärungsprozesses sorgfältig geprüft und gegebenenfalls umgesetzt.

Die Senatorin Günther-Wünsch betonte abschließend, dass dringend geklärt werden müsse, wie der Bezirk Neukölln eine lückenlose und unbefangene Aufarbeitung des Falls sowie den umfassenden Schutz der Betroffenen sicherstellen könne. Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin führen derzeit intensive Ermittlungen zu dem gesamten Vorfall durch.

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