Kritik an Sicherheitsvorkehrungen beim Trump-Dinner
Washington (USA) – Der mächtigste Mann der Welt, zahlreiche US-Minister und führende Vertreter des politischen Washington versammelten sich beim Dinner der Vereinigung der Korrespondenten des Weißen Hauses. Doch die hochkarätige Veranstaltung wurde von einem Sicherheitsvorfall überschattet: Angreifer Cole Tomas Allen (31) konnte bewaffnet Absperrungen durchbrechen und einen Polizisten durch Schüsse verletzen. Teilnehmer äußern nun scharfe Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen.
Laxer Einlass: Screenshot der Einladung genügte
Tim Röhn, Leiter des „Global Reporter“-Netzwerks von Axel Springer, war als geladener Gast anwesend. Er berichtet von überraschend laxen Sicherheitsmaßnahmen bereits vor dem Washington Hilton-Hotel. Das Hotel, das regelmäßig Präsidenten-Events ausrichtet und die Elite der Hauptstadt anzieht, wurde von aggressiven Trump-Gegnern belagert. Röhn musste die letzten 500 Meter zu Fuß zurücklegen. Er erklärt: „Trotz des Andrangs vor dem Hotel reichte es, wenn Gäste lediglich einen Screenshot der Einladung zeigten, um auf das Gelände und ins Gebäude zu gelangen. Ein Ausweis war nicht erforderlich.“ Selbst Jacken mussten für den Sicherheitscheck nicht ausgezogen werden. Völlig unvorstellbar: Zwischenzeitlich gelangten sogar Demonstranten auf den roten Teppich.
Zerknitterter Zettel als Einlassdokument
Ein Foto zeigt einen zerknitterten Zettel, der offenbar als Einlassdokument ausreichte. Darauf befand sich kein QR-Code, der den Besitzer als legitimen Gast ausgewiesen hätte. Unten stand lediglich: „Bitte legen Sie dieses Ticket vor, um Zutritt zum Empfang und zum Ballsaal zu erhalten.“ Reporter der Nachrichtenagentur AP berichten zudem, dass das Hilton-Hotel während des Dinners für normale Gäste geöffnet blieb und sich die Sicherheitsmaßnahmen auf den Ballsaal konzentrierten. Nicht eingeladene Gäste wurden nicht kontrolliert. So konnte Cole Tomas Allen offenbar als Hotelgast einchecken und sich dem innersten Sicherheitsring nähern. Präsident Trump postete ein Video, das zeigt, wie Allen eine Schleuse durchbricht.
Secret Service schoss nicht auf den Angreifer
Ein Sprecher des Secret Service erklärte, die Schüsse seien an der zentralen Einlasskontrolle gefallen. Demnach passierte Allen sogar zwei Sicherheitschecks, bevor er überwältigt wurde. Obwohl er bewaffnet und auf dem Weg zum Präsidenten war, wurde laut Secret Service nicht auf ihn geschossen! Präsident Trump sagte bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus: „Heute brauchen wir Sicherheitsmaßnahmen in einem Ausmaß, wie es sie wahrscheinlich noch nie gegeben hat.“ Ob diese ausreichten, wird nun untersucht.



