Grausiger Fund bei Aufräumarbeiten: Menschliche Skelettteile in Kargow entdeckt
Bei Aufräumarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Rhone-Betonwerks in Kargow haben Arbeiter am Mittwoch einen schockierenden Fund gemacht. Zwischen morschen Holzpaletten aus DDR-Zeiten am Waldrand entdeckten sie menschliche Skelettteile, darunter auch einen Schädel. Die Polizeiinspektion Neubrandenburg bestätigte den Fund am Donnerstag und sicherte die Knochen für weitere Untersuchungen.
„Das macht schon ein mulmiges Gefühl“: Arbeiter unter Schock
Ein Mitarbeiter des Aufräumtrupps, der anonym bleiben möchte, beschreibt die beklemmende Situation: „Das macht schon ein mulmiges Gefühl. Wer weiß, wie lange dort schon ein toter Mensch lag, während wir hier gearbeitet haben?“ Der Mann äußerte die Vermutung, dass es sich um einen der Vermissten aus der Region handeln könnte. Das abgesperrte Waldstück sei auch von außerhalb des Betriebsgeländes erreichbar gewesen, da der Zaun in schlechtem Zustand sei.
Seit Beginn des Jahres wird das Betonwerk liquidiert, und externe Mitarbeiter sind mit der Räumung des Geländes beauftragt. „Plötzlich war überall Polizei. Es sah hier aus wie im Krimi!“, berichtet ein weiterer Arbeiter über die unmittelbaren Folgen des Funds.
Schädel entdeckt: Sofortige Polizeialarmierung
André Zimmermann aus Malchow, der für die Abwicklung des Betonwerks verantwortlich ist, erhielt die erste Information telefonisch: „Wir haben eine Leiche gefunden.“ Konkret handelte es sich beim ersten Fund um einen Schädel. Als klar wurde, dass dieser nicht von einem Tier stammen konnte, wurde umgehend die Polizei alarmiert.
Neben Knochen wurden nach Informationen unserer Zeitung auch Kleidungsstücke gefunden. Ein Mitglied des Aufräumtrupps spekuliert laut: „Vielleicht lag die Person nicht lange dort, und Wildtiere haben sich daran zu schaffen gemacht, und dadurch kam die Sache ans Licht.“
Rechtsmedizinische Untersuchungen eingeleitet
Die Polizei steht mit ihren Ermittlungen noch ganz am Anfang. Claudia Berndt, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg, betont: „Es ist noch viel zu früh, um etwas darüber sagen zu können, ob es sich um Knochen einer Frau oder eines Mannes handelt und wie lange diese dort möglicherweise schon liegen.“ Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, ohne dass es aktuell eine bestimmte Tendenz gibt.
Rechtsmediziner sollen nun anhand der Knochen versuchen, die Identität der Person zu klären. Diese Untersuchungen könnten erfahrungsgemäß nicht in Tagen, sondern eher in Wochen abgeschlossen werden. Parallel werden die offenen Vermisstenfälle der letzten Jahrzehnte in der Region abgeglichen, wobei es laut Polizeisprecherin „aktuell keine konkreten Hinweise auf einen bestimmten Vermisstenfall gibt“.
Betonwerk seit einem Jahr in Liquidation
Das Rhone-Betonwerk in Kargow hatte Ende des vergangenen Jahres die Produktion eingestellt. Liquidator André Zimmermann macht deutlich, dass keine Insolvenz vorliegt – die drei inzwischen pensionierten Geschäftsführer hätten lediglich keine Nachfolger gefunden. Seit einem Jahr wird nun alles verkauft, und ein Neustart für das Industriegelände wird versucht.
In Kargow, einem beliebten Tourismusort am Rand des Müritz-Nationalparks, hatte sich der Fund bis Donnerstag noch nicht herumgesprochen. Das Betonwerk, das im kommenden Jahr seinen 100. Gründungstag hätte feiern können, liegt etwas außerhalb des Ortes. Ob die Polizei im Zuge der Ermittlungen erneut auf das Gelände kommen wird, um weiterzusuchen, war am Donnerstag noch unklar.



