Nach Panzerknacker-Coup in Gelsenkirchen: Sparkassen-Chef entschuldigt sich bei Kunden
Es sind Worte, die für viele Betroffene längst überfällig waren! „Es tut uns leid.“ Gesagt wurden sie vom Chef der Sparkasse in Gelsenkirchen, in die Unbekannte kurz nach Weihnachten einbrachen, tausende Schließfächer knackten und mit Wertsachen in Millionenhöhe verschwanden. Fast genauso schlimm empfanden viele Sparkassen-Kunden das Verhalten der Bank. Sie wurden lange nicht informiert, fühlten sich alleingelassen. Nun traf der Direktor der Sparkasse Gelsenkirchen, Michael Klotz, bei einer Veranstaltung des WDR auf einige der Geschädigten.
Kritik am Sparkassen-Chef
„Es trifft uns zutiefst und es tut uns auch leid“, sagte er beim ersten Aufeinandertreffen zwischen ihm und einigen Einbruchsopfern. Mehr als 200 Menschen saßen laut WDR im komplett gefüllten Kinosaal des Schauburg-Filmpalastes in Gelsenkirchen-Buer (Nordrhein-Westfalen). Ende Dezember 2025 schlugen die Panzerknacker in der Filiale in Gelsenkirchen-Buer zu. Nur wenige hundert Meter von der Sparkassen-Filiale entfernt, in die die Diebesbande durch eine Tiefgarage einbrach und in einem Archivraum ein Loch durch die Wand in den Tresorraum bohrte. Dort rund 3000 Schließfächer knackte und daraus Gold, Schmuck, Geld klaute.
„Wo waren Sie bisher?“
Das ist nun schon knapp zwei Monate her. „Wo waren Sie bisher?“, fragte ein Mann laut WDR aus dem Publikum. Klotz‘ Antwort: „Rückschauend betrachtet hätte man sich stellen sollen. Aber wir hatten auch Sorgen, dass die Situation weiter eskaliert.“ Und weiter erklärt der Bankchef: „Wir überprüfen regelmäßig unsere Sicherheitskonzepte, auch zusammen mit Fachfirmen, aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.“
„Geht auch an mir nicht spurlos vorbei“
Klotz ist laut WDR erst seit Anfang November Chef der Gelsenkirchener Sparkasse. „Seit Ende Dezember ist kaum eine Minute vergangen, in der ich mich nicht mit dem Einbruch beschäftigt hätte, im Büro und außerhalb. Das geht auch an mir nicht spurlos vorbei.“ Mit einem Seezielbohrer schafften es die Täter, ein Loch vom Archiv in den Tresorraum zu bohren. Die Täter sind derweil weiterhin mit ihrer Beute verschwunden. Doch an dem Abend macht Polizeipräsident Tim Frommeyer den Opfern ein wenig Hoffnung: „Aufgrund der vielen Spuren, die da sind, werden wir, da bin ich positiv, diese Täter irgendwann bekommen.“



