BerlinPay: Müllsammeln als Urlaubsspaß für Touristen startet
BerlinPay: Müllsammeln als Urlaubsspaß für Touristen

Berlin führt ab sofort ein neues touristisches Angebot ein: Müllsammeln in der Spree und im Landwehrkanal. Unter dem Namen „BerlinPay“ können Touristen und auch Berliner gegen Belohnungen wie Gratis-Getränke, freien Eintritt und Rabatte Müll aus den Gewässern fischen. Das Pilotprojekt läuft zunächst einen Monat und ist vom erfolgreichen Kopenhagener Modell „CopenPay“ inspiriert.

Vorbild Kopenhagen: 30.000 Müll-Touristen in zwei Jahren

In Kopenhagen haben in den vergangenen zwei Jahren rund 30.000 Touristen bei „CopenPay“ mitgemacht. Laut Umfragen gaben sieben von zehn Teilnehmern an, ihr Verhalten auch zu Hause geändert zu haben – etwa durch bessere Mülltrennung. Die Idee stammt von der dänischen Tourismus-Beauftragten Rikke Holm Petersen. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) importierte das Konzept nun in die Hauptstadt.

Testlauf mit 80.000 Euro Startkapital

Giffey betont, dass es sich um einen Versuch handelt: „Wir lassen uns auf einen Versuch ein. Es wird nicht sofort einen messbaren Reinigungserfolg geben. Wir hoffen aber auf eine Veränderung von Verhalten.“ Aus ihrem Etat fließen 80.000 Euro in die Organisation durch VisitBerlin. Zum Vergleich: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) gibt jährlich 170 Millionen Euro für die Reinigung von Straßen, Gehwegen und Parks aus.

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40 Unternehmen machen mit

Rund 40 Wasseranlieger beteiligen sich an „BerlinPay“ und locken mit Belohnungen. Dazu gehören das Arena-Badeschiff und der Zenner-Biergarten. Zwei Beispiele: Eric Ziengs von „GoBoat“ bietet jeden Mittwoch um 9:30 Uhr Elektroboote für je acht Personen. Die Teilnehmer erhalten ein Fischernetz, um Pizzakartons, Flaschen und Plastiktüten aus dem Wasser zu fischen. Als Dank gibt es ein Gratis-Getränk im Hafen. Michael Scheel von „Kayak Berlin Tours“ stellt 150 Plätze für Clean-up-Touren zum Preis von 5 statt 29 Euro zur Verfügung. „Für uns ist das auch eine kostenlose Werbung“, sagt Scheel.

Weitere Belohnungen und Angebote

Neben Müllsammeln werden auch andere nachhaltige Aktivitäten belohnt: Bäume gießen, Blumen pflanzen am Ufer oder die Anreise mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto. Alle Angebote, Termine und Bedingungen sind auf der Webseite visitBerlin.de/berlinpay zu finden. Auch andere deutsche Städte wie Hamburg prüfen ähnliche Konzepte.

Der Wassertourismus in der Hauptstadtregion boomt bereits mit einem Jahresumsatz von 300 Millionen Euro und 6.100 direkt Beschäftigten. Mit „BerlinPay“ soll nun auch der Umweltschutz Teil des touristischen Erlebnisses werden.

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