Gelsenkirchener Sparkassen-Einbruch: 140 Kunden blieben bei Millionencoup verschont
Beim spektakulären Millionen-Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen Ende 2025 sind insgesamt 140 Schließfachkunden verschont geblieben. Ihre Schließfächer wurden nicht aufgebrochen, wie der Sparkassenchef Michael Klotz in einem WDR-Lokalzeit Stadtgespräch in Gelsenkirchen bekannt gab. Die Sparkasse plant ab der übernächsten Woche Termine mit diesen Kunden, damit sie wieder Zugang zu den Inhalten ihrer Fächer erhalten.
Spektakulärer Einbruch mit massivem Schaden
Bei dem kriminellen Akt hatten Unbekannte Ende Dezember mehr als 3000 Schließfächer im Tresorraum der Sparkasse aufgebrochen. Die Täter hatten zuvor ein Loch in eine dicke Betonwand gebohrt, um Zugang zum Tresorraum zu erhalten. Die Einbrecher flüchteten mit Gold, Bargeld und anderen Wertsachen, deren Gesamtwert möglicherweise im zwei- oder sogar dreistelligen Millionenbereich liegt.
Die Polizei verfolgt inzwischen mehr als 600 konkrete Hinweise zu dem Fall, wie der Gelsenkirchener Polizeipräsident Tim Frommeyer in der WDR-Livesendung mitteilte. Der Fall hatte bundesweit für großes Aufsehen gesorgt und wurde unter anderem in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" thematisiert, wo nach weiteren Hinweisen auf die Einbrecher gesucht wurde.
Kritik an Informationspolitik der Sparkasse
Mehrere betroffene Kunden äußerten in der Sendung deutliche Kritik an der Informationspolitik der Sparkasse. Sie bemängelten, dass die Bank nach dem Einbruch viel zu spät informiert habe. "Wo waren Sie bis jetzt?", fragte ein Kunde den Sparkassenchef Michael Klotz direkt.
Klotz erklärte dazu, es sei ursprünglich geplant gewesen, direkt nach Bekanntwerden der Tat die Sparkasse zu öffnen und mit den Betroffenen zu sprechen. Der Andrang sei dann jedoch zu groß gewesen, und man habe befürchtet, dass die Situation eskalieren könnte.
Klagen gegen die Sparkasse laufen
Gegen die Sparkasse laufen bereits mehrere Klagen, in denen der Bank mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen werden. Zu diesen Klagen äußerte sich der Sparkassenchef nicht näher, da sie der Bank bisher nicht offiziell vorlägen. Details zu den Sicherheitsvorkehrungen könne er nicht veröffentlichen, da diese Informationen auch für potenzielle Täter interessant sein könnten.
Allerdings bestätigte Klotz, dass die Einbruch- und Brandmeldeanlagen in den Gebäuden der Sparkasse in den vergangenen zwei Jahren erneuert worden seien. Die Sicherheitsmaßnahmen seien somit auf dem neuesten Stand gewesen.
Polizeiliche Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Polizei geht derzeit Hunderten von Hinweisen nach und hat Aufnahmen aus einem Parkhaus gesichert, die mutmaßlich die Täter zeigen. Der Fall bleibt einer der spektakulärsten Bankeinbrüche der letzten Jahre in Deutschland und beschäftigt weiterhin Ermittlungsbehörden und Betroffene gleichermaßen.



