Spritdiebstahl nimmt zu: Polizei warnt vor steigender Gefahr bei hohen Kraftstoffpreisen
Spritdiebstahl nimmt zu: Polizei warnt bei hohen Preisen

Spritdiebstahl nimmt zu: Polizei warnt vor steigender Gefahr bei hohen Kraftstoffpreisen

Die steigenden Preise für Diesel und Benzin belasten nicht nur Autofahrer und Unternehmen, sondern machen Kraftstoff auch für Diebe attraktiver. Das Polizeipräsidium Oberpfalz hat am 18. März 2026 ausdrücklich davor gewarnt und empfiehlt, Dieselbestände besser zu sichern. Besonders im Fokus stehen Baustellen, Betriebshöfe, Speditionen und abgestellte Lastwagen – Orte, an denen sich in wenigen Minuten größere Mengen Kraftstoff abpumpen lassen.

Zusammenhang zu rasant steigenden Spritpreisen

Die Warnung ist nicht nur vorsorglich gemeint, wie aktuelle Fälle zeigen. In Bissendorf bei Osnabrück zapften Täter auf einer Baustelle fast 3000 Liter Diesel aus Maschinen und Geräten ab. Die Polizei Osnabrück stellte selbst den Zusammenhang zu den rasant steigenden Spritpreisen her. Solche Taten sind für die Betroffenen doppelt ärgerlich: Es fehlt nicht nur teurer Kraftstoff, oft stehen am nächsten Morgen auch Bagger, Lkw oder Generatoren still.

Die naheliegende Frage lautet: Nimmt der Dieselklau seit dem Irankrieg in Deutschland zu? Eine eindeutige Antwort darauf gibt es bisher nicht, da eine bundesweit sauber ausgewiesene Sonderstatistik nur für Diesel- und Benzindiebstahl nicht existiert. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität weist darauf hin, dass solche Delikte in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht gesondert erfasst werden. Genau deshalb lässt sich derzeit nicht belastbar sagen, dass die Fälle bundesweit bereits klar nach oben geschnellt sind.

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Hohe Preise machen Kraftstoff wertvoll für Täter

Trotzdem ist der Hintergrund offensichtlich. Der ADAC meldete am 11. März, dass sich Diesel binnen einer Woche um mehr als 27 Cent pro Liter verteuert hat; auch Super E10 legte deutlich zu. Drei Tage später hieß es in einer weiteren ADAC-Mitteilung vom 18. März, die Preise seien zwar leicht rückläufig, lägen aber weiter auf hohem Niveau – bei rund 2,16 Euro für Diesel und 2,04 Euro für Super E10. Mit anderen Worten: Kraftstoff ist derzeit wertvoll genug, um für Täter wieder besonders interessant zu sein.

Tatorte ähneln sich in verschiedenen Bundesländern

Von echten Hotspots in Deutschland zu sprechen, wäre dennoch zu viel. Auffällig ist weniger eine einzelne Region als ein klares Muster. Die Fälle tauchen in verschiedenen Bundesländern auf, treffen aber fast immer dieselben Orte:

  • Baustellen
  • Logistikflächen
  • Ländliche Betriebshöfe
  • Rastplätze mit Lkw-Verkehr

Dort ist die Beute groß, das Risiko für Täter in der Nacht oft überschaubar. Für normale Autofahrer auf Supermarktparkplätzen ist die Gefahr damit nicht ausgeschlossen, die aktuellen Polizeimeldungen deuten aber vor allem auf den gewerblichen Bereich.

Strafrechtliche Konsequenzen für Spritdiebe

Für Täter ist das alles andere als ein Kavaliersdelikt. Wer Diesel oder Benzin aus einem fremden Tank oder Behälter abzapft, begeht in der Regel Diebstahl nach Paragraf 242 Strafgesetzbuch. Darauf stehen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Wird ein Zaun aufgeschnitten, eine Sicherung überwunden oder ein besonders schwerer Fall angenommen, kann Paragraf 243 StGB greifen – dann drohen drei Monate bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

Die Polizei rät daher dringend, Kraftstoffbestände zu sichern und verdächtige Aktivitäten zu melden, um die steigende Gefahr von Spritdiebstahl einzudämmen.

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