Schwere Vorwürfe gegen Bremerhavener Tanztrainer führen zu langjähriger Haftstrafe
Vor dem Landgericht Bremen ist ein 35-jähriger Tanztrainer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann während seiner Tätigkeit als Trainer in einer Bremerhavener Tanzschule in der Zeit von 2009 bis 2022 an Jungen sexuelle Handlungen ausführte und solche an sich vornehmen ließ.
Urteil noch nicht rechtskräftig – Revision möglich
Das Strafmaß wurde öffentlich verkündet, die detaillierte Urteilsbegründung erfolgte jedoch hinter verschlossenen Türen. Dies geschah auf Antrag sowohl der Opfer als auch des Angeklagten, wie die Vorsitzende Richterin erklärte. In der Begründung müsse die Kammer genau darlegen, um welche Handlungen es sich handele, wodurch intime Details aus der Privatsphäre der Geschädigten öffentlich würden. Um eine mögliche Stigmatisierung zu verhindern und sowohl die Opfer als auch den Angeklagten zu schützen, wurde die Öffentlichkeit von dieser Verhandlung ausgeschlossen.
Der 35-Jährige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision beim Bundesgerichtshof bleibt möglich. Die Richter verurteilten den Deutschen wegen sexuellen Missbrauchs und schweren sexuellen Missbrauchs in zahlreichen Einzelfällen.
TikTok-Star Avemoves als mutmaßliches Opfer
Besondere mediale Aufmerksamkeit erregte der Fall, weil unter den mutmaßlichen Opfern der bekannte Profitänzer und TikTok-Star Avemoves ist, der ursprünglich aus Bremerhaven stammt. Bereits im April 2025 hatte der Influencer in einem emotionalen Youtube-Video erstmals öffentlich über jahrelangen Missbrauch durch seinen ehemaligen Tanzlehrer berichtet. Dieser Schritt trug maßgeblich dazu bei, dass die Vorwürfe intensiv untersucht wurden und schließlich vor Gericht landeten.
Die Verurteilung des Trainers markiert einen wichtigen Schritt im Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sportbereich. Experten betonen, dass solche Fälle oft über lange Zeit unentdeckt bleiben, da Täter häufig in Vertrauenspositionen agieren und die Opfer aus Scham oder Angst schweigen. Die öffentliche Thematisierung durch Betroffene wie Avemoves kann dabei helfen, das Schweigen zu brechen und andere Opfer zu ermutigen, sich Hilfe zu suchen.
Die Bremer Justizbehörden weisen darauf hin, dass der Schutz der Opfer in solchen Verfahren oberste Priorität habe. Die Entscheidung für eine nicht-öffentliche Urteilsbegründung sei daher bewusst getroffen worden, um weitere Traumatisierungen zu vermeiden. Gleichzeitig stehe die Transparenz des Strafverfahrens durch die öffentliche Verkündung des Strafmaßes außer Frage.



