Terroranschlag in Lwiw: Polizistin durch Sprengsätze in Mülltonnen getötet
Terroranschlag in Lwiw: Polizistin durch Sprengsätze getötet

Terroranschlag in Lwiw: Polizistin durch Sprengsätze in Mülltonnen getötet

Die westukrainische Großstadt Lwiw, die innerhalb der Ukraine als vergleichsweise sicher gilt, wurde in der Nacht von einem mutmaßlich von Russland angestifteten Terroranschlag erschüttert. Bei mehreren Bombenexplosionen in der Innenstadt ist eine 23-jährige Polizistin getötet worden, 25 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Die ukrainischen Behörden haben eine 33-jährige Ukrainerin als mutmaßliche Täterin festgenommen, die nach Polizeiangaben von russischen Geheimdiensten zu der Tat angestiftet worden war.

Explosionen nach Mitternacht in der Altstadt

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ereigneten sich die Explosionen kurz nach Mitternacht. Die Sicherheitskräfte waren zunächst wegen eines angeblichen Einbruchs zu einem Geschäft nahe der Altstadt von Lwiw gerufen worden. Als sie dort ankamen, wurde die erste Explosion ausgelöst. Als kurz darauf Verstärkung eintraf, kam es zu einer weiteren Detonation. Die 23-jährige Polizistin war auf der Stelle tot, sechs weitere Beamte wurden lebensgefährlich verletzt. Die Polizei berichtet, dass die Festgenommene mehrere selbst gebastelte Sprengsätze in Mülltonnen in der Stadt platziert hatte.

Selenskyj verurteilt grausamen Terroranschlag

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Tat als zynischen und grausamen Terroranschlag. In einer Mitteilung auf Facebook erklärte er: Wir verfügen über Geheimdienstinformationen, dass die Russen weiterhin solche Dinge, also faktisch Angriffe auf Ukrainer, durchführen wollen. Selenskyj fügte hinzu, dass die Täterin über den Messenger-Dienst Telegram rekrutiert worden sei und der Terroranschlag von einer russischen Organisation verübt wurde, ohne weitere Details zu nennen. Die Behörden seien angewiesen worden, Maßnahmen zu erarbeiten, um ähnliche Verbrechen zu verhindern.

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Lage in Lwiw und internationale Reaktionen

Die Region Lwiw liegt im Westen der Ukraine an der polnischen Grenze, die gleichnamige Gebietshauptstadt ist nur etwa 50 Kilometer Luftlinie vom EU-Gebiet entfernt. In der Stadt leben viele Binnenflüchtlinge, die sich im russischen Angriffskrieg vor den Kämpfen im Osten der Ukraine in Sicherheit gebracht haben. Aus Moskau gab es zu dem Vorfall zunächst keine offiziellen Äußerungen. Die ukrainischen Ermittler untersuchen die Umstände des Anschlags umfassend, wobei bereits viele Fakten vorliegen.

Dieser Vorfall unterstreicht die anhaltende Bedrohung durch Terrorakte in der Ukraine, trotz der relativen Sicherheit in westlichen Regionen wie Lwiw. Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die komplexen Sicherheitsherausforderungen, mit denen das Land im vierten Jahr des Krieges konfrontiert ist.

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