Ausschreitungen nach Tod einer Fünfjährigen in Australien
Tod einer Fünfjährigen löst Ausschreitungen aus

Alice Springs - Nachdem die vermisste fünfjährige Sharon Granites tot aufgefunden wurde, ist es in der australischen Stadt Alice Springs zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wütende Menschen hätten den Verdächtigen noch vor seiner Festnahme angegriffen, sagte Polizeikommissar Martin Dole am Freitag. Der Mann musste daraufhin in ein Krankenhaus gebracht werden, wo es zu weiteren gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei, Rettungskräften und dem Krankenhauspersonal kam. Dole zufolge sei in den kommenden Tagen mit einer Anklage zu rechnen.

Familie ruft zur Besonnenheit auf

Die Familie des getöteten Mädchens appellierte in den australischen Medien an die Öffentlichkeit, Ruhe zu bewahren. „Jetzt ist die Zeit für Trauerarbeit, um unserer Familie Respekt zu erweisen und Raum für Trauer und Erinnern zu haben“, sagte der Großvater des Mädchens dem Sender ABC Australia. Zuvor hatte Premierminister Anthony Albanese der Familie sein Beileid ausgesprochen. „In dieser Zeit ihres schrecklichen Verlustes sind sie in den Herzen aller Australier“, schrieb Albanese auf der Plattform X.

Tagelange Suche im Outback

Fünf Tage lang hatte die Polizei im Outback rund um die nordaustralische Kleinstadt Alice Springs intensiv nach dem Mädchen gesucht. Die kleine Sharon war in der Nacht zu Sonntag (Ortszeit) aus einem Haus im sogenannten Old Timers Town Camp am Stadtrand verschwunden. Die Ermittler gehen inzwischen von einer Entführung aus. Im Fokus steht ein 47-jähriger Mann, der sich zur Tatzeit ebenfalls in dem Haus in der indigenen Siedlung aufgehalten haben soll und erst wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden war.

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Verdächtiger war vorbestraft

Nach Angaben der Polizei hatte der 47-Jährige eine rund 18-monatige Haftstrafe wegen schwerer Gewaltdelikte verbüßt. Er soll eine „lose Verbindung“ zur Familie des Kindes gehabt haben. Zuletzt wurde er laut Ermittlern dabei beobachtet, wie er das Kind vor seinem Verschwinden an der Hand hielt.

Groß angelegte Suchaktion

In der abgelegenen Wüstenregion wurde eine groß angelegte Suche durchgeführt. Hunderte Einsatzkräfte durchkämmten gemeinsam mit Freiwilligen ein unwegsames Gebiet aus dichtem Buschland – zu Fuß, mit Geländemotorrädern, Pferden, Drohnen und Hubschraubern. Auch erfahrene indigene Fährtensucher waren im Einsatz. Dutzende Freiwillige unterstützten die Suche, lokale Organisationen koordinierten die Einsätze. Die traurige Gewissheit kam schließlich am Donnerstag, als die Leiche des Mädchens gefunden wurde. Die genauen Umstände des Todes sind noch Gegenstand der Ermittlungen.

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