Uckermark: Rentnerin entgeht knapp 64.000 Euro Betrug durch angeblichen US-Soldaten
Die Geschichte begann mit einer scheinbar romantischen Online-Liebe, doch sie hätte für eine Rentnerin aus der Uckermark beinahe in einer finanziellen Katastrophe geendet. Die Frau, die fest an die Ankunft ihres Schatzes glaubte, wurde von einem Betrüger, der sich als amerikanischer Soldat namens Martin ausgab, monatelang manipuliert. Erst als er nach einem angeblichen Flug von Kabul über Paris 64.000 Euro Kaution forderte, erkannte sie den perfiden Plan und entging so knapp dem Verderben.
Von der Romanze zum Albtraum
Über soziale Netzwerke hatte die Rentnerin seit Monaten Kontakt zu dem Mann, der sich als US-Soldat präsentierte und durch einfühlsame Nachrichten eine emotionale Bindung aufbaute. Die Freude war groß, als er ankündigte, sie in Berlin besuchen zu wollen. Doch plötzlich änderte sich die Geschichte: Er behauptete, in Paris festgenommen worden zu sein, und forderte 64.000 Euro Kaution für seine Freilassung. Glücklicherweise machte diese Forderung die Frau stutzig, und sie wandte sich an die Polizei, die nun wegen Betrugs ermittelt.
Lovescamming: Eine gefährliche Masche
Die Polizeidirektion Ost warnt vor dieser als Lovescamming bekannten Betrugsmethode. „Die Täter schaffen monatelang ein Vertrauensverhältnis, um dann Kasse zu machen“, erklärt ein Sprecher. Mit erfundenen Lebensläufen und emotionalen Nachrichten binden sie vor allem weibliche Opfer, die oft älter sind als die Täter. Die Polizei rät zu gesunder Skepsis: „Hinterfragen Sie, ob es realistisch ist, dass ein deutlich jüngerer Mensch Sie schnell mit Liebesschwüren überhäuft.“
Präventionstipps der Polizei
Um sich vor solchen Betrügereien zu schützen, gibt die Polizei konkrete Empfehlungen:
- Seien Sie bei Kontakten mit Unbekannten im Netz grundsätzlich misstrauisch und geben Sie keine persönlichen Daten heraus.
- Überprüfen Sie Profile mit einer Bilder-Rückwärtssuche, um Fälschungen zu erkennen.
- Vermeiden Sie finanzielle Transaktionen mit Online-Bekanntschaften und brechen Sie den Kontakt ab, wenn Geld gefordert wird.
- Speichern Sie bei Verdacht alle Chat-Verläufe als Beweismaterial.
Opfer sollten nicht zögern
Die Polizei betont, dass Betrug jeden treffen kann und Opfer sich nicht schämen sollten. „Erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige und wenden Sie sich bei Unsicherheiten an die Behörden“, so der Sprecher. Für Betroffene in der Uckermark steht unter der Telefonnummer 03984 350 ein Ansprechpartner zur Verfügung. Diese Geschichte zeigt, wie wichtig Wachsamkeit in der digitalen Welt ist, um nicht in die Falle gefährlicher Romanzen zu tappen.



