Historisches Urteil in den USA: Vater für tödlichen Schusswaffenangriff seines Sohnes verantwortlich gemacht
In einem beispiellosen Fall hat ein Gericht im US-Bundesstaat Georgia einen Vater wegen Mordes für die tödlichen Schüsse seines 14-jährigen Sohnes an einer Schule verurteilt. Die Jury des Barrow County Courts sprach den 55-Jährigen am Dienstag in allen 29 Anklagepunkten schuldig, darunter Mord zweiten Grades. Damit wurde erstmals in den Vereinigten Staaten ein Elternteil eines minderjährigen Schusswaffentäters wegen Mordes und nicht nur fahrlässiger Tötung verurteilt.
Waffe als Weihnachtsgeschenk und ignorierte Warnzeichen
Dem Vater wurde zur Last gelegt, seinem Sohn bewusst den Besitz der Tatwaffe ermöglicht zu haben, obwohl er von dessen gefährlicher mentaler Verfassung wusste. Ermittlungen zufolge hatte der Mann seinem Sohn das Sturmgewehr sogar als Weihnachtsgeschenk überreicht. Die Anklage argumentierte, der Vater habe die Waffe nicht sicher verwahrt und gleichzeitig eindeutige Warnsignale ignoriert, darunter Drohungen und Waffenfotos im Internet, die auf einen möglichen Angriff hindeuteten.
Besondere rechtliche Bedeutung des Falls
Das Urteil ist juristisch besonders bedeutsam, weil für eine Verurteilung wegen Mordes zweiten Grades nachgewiesen werden musste, dass der Tod durch rücksichtsloses und böswilliges Verhalten sowie Missachtung menschlichen Lebens herbeigeführt wurde. US-Medien berichten, dass sich die Strafe auf insgesamt 180 Jahre Haft summiert, wobei lebenslange Haft als sicher gilt. Das genaue Strafmaß wurde separat verkündet.
Hintergrund: Der tödliche Vorfall von 2024
Der damals 14-jährige Sohn hatte im September 2024 an seiner Schule in Winder, Georgia, das Feuer eröffnet und dabei zwei gleichaltrige Mitschüler sowie zwei Lehrkräfte getötet. Ein Schulpolizist konnte den Schützen stellen. Dem Jugendlichen selbst steht ebenfalls lebenslange Haft für den Vorwurf des vierfachen Mordes in Aussicht – sein eigener Prozess ist noch nicht abgeschlossen.
Unterschied zu früheren Fällen
Bereits im April 2024 waren in Michigan Vater und Mutter eines Teenagers, der vier Schüler getötet hatte, wegen persönlicher Schuld verurteilt worden. In diesem Fall erging das Urteil jedoch lediglich wegen fahrlässiger Tötung mit Haftstrafen von jeweils 10 bis 15 Jahren. Der Georgia-Fall markiert somit eine neue rechtliche Dimension der Elternhaftung bei Schusswaffengewalt durch Minderjährige.



