Verdi-Demo-Anschlag: Überlebende kämpfen noch heute mit schweren Folgen
Am Freitag, dem 27. Februar 2026, berichteten erneut Verletzte vor Gericht über die anhaltenden körperlichen und psychischen Folgen des Anschlags auf eine Verdi-Demonstration. Die Überlebenden leiden noch immer unter den traumatischen Ereignissen vom 13. Februar 2025, als ein Mann mit seinem cremeweißen Mini Cooper in das Ende eines Demonstrationszugs raste.
Traumatische Erinnerungen und Alltagsängste
Amir L., ein 60-jähriger ehemaliger Müllwerker, schilderte vor Richter Michael Höhne seine Erinnerungen an den Tag. "Ich sehe den Kinderwagen und das tote Kind", sagte er auf Türkisch, wobei eine Dolmetscherin seine Worte übersetzte. Durch die Wucht des Aufpralls erlitt er eine Knieverletzung, die ihn seither arbeitsunfähig macht. "Ich traue mir das nicht zu, die Tonnen sind schwer", erklärte er. Seine Ängste beschränken sich nicht auf den Straßenverkehr, sondern verfolgen ihn bis in sein Zuhause, wo er unter schweren Schlafstörungen leidet.
Psychische Belastungen und therapeutische Behandlung
Ein weiterer Zeuge, Timur S., berichtete von ähnlichen Erfahrungen. Seit dem verhängnisvollen Tag habe er Probleme beim Schlafen und ist in therapeutischer Behandlung. "Ich fahre nicht mehr Bus, Tram oder U-Bahn", gestand der 51-Jährige, der damals versuchte, den Mini anzuheben, um eingeklemmte Personen zu befreien. Er beschrieb detailliert die Szenen des Tattags und betonte, dass er zunächst annahm, der Fahrer habe einen Herzinfarkt erlitten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Farhad N. jedoch Absicht vor.
Hintergrund des Anschlags und Opferzahlen
Der Anschlag ereignete sich, als Farhad N. an mehreren Polizeiwagen vorbei in die Menge raste. Dabei starben eine Mutter und ihre zweijährige Tochter, während 44 weitere Menschen teils lebensgefährlich verletzt wurden. Die Überlebenden kämpfen bis heute mit den Folgen, die ihr tägliches Leben stark beeinträchtigen. Der Prozess, der am zehnten Verhandlungstag fortgesetzt wurde, beleuchtet nicht nur die juristischen Aspekte, sondern auch die menschlichen Tragödien hinter den Zahlen.
Die Aussagen der Zeugen unterstreichen, wie tiefgreifend solche Ereignisse das Leben der Betroffenen verändern können. Die Angst endet nicht vor der Haustür, wie Amir L. es ausdrückte, sondern dringt in alle Bereiche des Alltags ein. Die therapeutische Behandlung vieler Überlebender zeigt, dass die psychischen Wunden oft länger brauchen, um zu heilen, als die körperlichen Verletzungen.



