Vergewaltigungsvorwürfe in Berliner Jugendzentrum: Senatorin mahnt umfassende Aufklärung an
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat nach schwerwiegenden Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum im Berliner Bezirk Neukölln eine vollständige und transparente Aufklärung der Vorfälle gefordert. Die Senatorin betonte in der Plenarsitzung des Landesparlaments, dass sie erst durch öffentliche Berichterstattung von den mutmaßlichen Übergriffen erfahren habe.
Furchtbare Vorgänge erfordern sofortige Untersuchung
„Die Vorgänge, die im Raum stehen, sind furchtbar und müssen umgehend untersucht werden“, erklärte Günther-Wünsch mit deutlichen Worten. Sie verwies darauf, dass die primäre Verantwortung für die Aufklärung beim Bezirksamt Neukölln und der zuständigen Bezirksstadträtin Sarah Nagel (Linke) liege, da es sich um eine kommunale Einrichtung handle.
Die Bildungssenatorin hat den Bezirk bereits mit der dringenden Bitte um lückenlose Aufklärung kontaktiert. „Es ist meine klare Erwartung, dass ich sowohl von der Bezirksstadträtin als auch vom Jugendamt detailliert darüber informiert werde, wer wann über die Vorfälle informiert war und welche Maßnahmen daraufhin ergriffen wurden“, so Günther-Wünsch.
Prüfung der Einhaltung von Kinderschutzvorschriften
Gleichzeitig laufen interne Überprüfungen, ob alle Verantwortlichen, insbesondere die betroffene Jugendfreizeiteinrichtung, die gesetzlichen Vorgaben und Ausführungsvorschriften zum Kinderschutz eingehalten haben. Diese Prüfungen seien von entscheidender Bedeutung, um mögliche Versäumnisse aufzudecken und künftig zu verhindern.
Staatsanwaltschaft ermittelt – Jugendamt blieb untätig
Inzwischen hat die Berliner Staatsanwaltschaft offizielle Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen. Medienberichten zufolge sollen Sozialarbeiter der Einrichtung den mutmaßlichen Übergriff nicht an die Polizei gemeldet haben. Demnach soll eine 16-jährige Schülerin bereits im Januar von mehreren Jungen in dem Jugendzentrum sexuell belästigt worden sein.
Darüber hinaus berichtete die Betroffene, sie sei in derselben Einrichtung bereits im vergangenen Jahr vergewaltigt worden. Die Kriminalpolizei erfuhr erst von den Vorfällen, als sich die Schülerin einer Präventivbeamtin der Polizei anvertraute, die umgehend das Landeskriminalamt einschaltete.
Verdacht auf Unterlassung aus falscher Rücksichtnahme
Bislang bleibt unklar, warum das zuständige Jugendamt keine Strafanzeige erstattete. Jugendstaatssekretär Falko Liecke (CDU) äußerte in diesem Zusammenhang den schwerwiegenden Verdacht, dass Betreuer den Vorfall möglicherweise bewusst nicht gemeldet hätten, um die mutmaßlich muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren.
Bildungssenatorin Günther-Wünsch reagierte auf diese Vorwürfe mit klaren Worten: „Sollte sich bestätigen, dass unter solchen Überlegungen tatsächlich keine Strafanzeige gestellt wurde, dann erwarte ich von der zuständigen Stadträtin, dass sie daraus unmissverständliche Konsequenzen zieht.“
Die Aufklärung der Vorfälle und die Prüfung möglicher Versäumnisse bleiben damit von höchster politischer und gesellschaftlicher Priorität, um das Vertrauen in Jugendeinrichtungen und den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten.



