Collien Fernandes erhebt Vorwurf der virtuellen Vergewaltigung gegen Ex-Mann in Spanien
Virtuelle Vergewaltigung: Collien Fernandes klagt Ex-Mann in Spanien an

Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann Christian Ulmen

Die Schauspielerin Collien Fernandes (44) hat sich entschieden, ihr Schweigen zu brechen und öffentlich über ihre Erfahrungen zu sprechen. In einem ausführlichen Interview mit dem Spiegel sowie auf ihrer Instagram-Seite erhebt sie gravierende Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50). Der Vorwurf wiegt besonders schwer: Über einen längeren Zeitraum hinweg soll der bekannte Schauspieler im Internet unter ihrem Namen aufgetreten sein und dabei intime Chatkontakte mit anderen Männern geführt haben.

Anzeige in Spanien wegen virtueller Vergewaltigung

Die mutmaßlichen Taten hat Fernandes in Spanien zur Anzeige gebracht, wo sie lange Zeit mit Ulmen zusammenlebte. Dort wird sich nun ein Gericht mit dem komplexen Fall befassen. Beide Beteiligten wollten sich auf eine Anfrage der BILD-Zeitung nicht äußern. Der Medienanwalt von Christian Ulmen hält die Berichterstattung des Spiegel für unzulässig und wirft der Redaktion vor, unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung zu verbreiten.

Besonders brisant ist die Wortwahl von Fernandes, die von einer virtuellen Vergewaltigung spricht. Dieser Straftatbestand existiert im deutschen Recht so nicht, in Spanien hingegen ist er seit einiger Zeit gesetzlich verankert und kann strafrechtlich verfolgt werden.

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Spanischer KI-Skandal zeigt rechtliche Konsequenzen auf

Ein aufsehenerregender Fall aus Spanien verdeutlicht, warum der Begriff der virtuellen Vergewaltigung dort juristisch greift. In den Jahren 2023 und 2024 erschütterte ein schwerwiegender Skandal das Land: In Almendralejo erstellten 15 Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren mithilfe von Künstlicher Intelligenz täuschend echte Nacktbilder von Mitschülerinnen aus ganz normalen Instagram-Fotos.

Die gefälschten Pornografien landeten anschließend in verschiedenen WhatsApp-Gruppen und verbreiteten sich rasch. Für die betroffenen Mädchen hatte dies gravierende psychische und soziale Folgen. Viele litten unter starken Angstzuständen, tiefen Schamgefühlen und zogen sich komplett aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld zurück.

Rechtliche Einordnung und Urteile in Spanien

Ein Jugendgericht in Badajoz verurteilte die 15 Jugendlichen am 20. Juni 2024 zu einem Jahr unter Aufsicht auf Bewährung. Zusätzlich mussten sie verpflichtend an speziellen Kursen teilnehmen, die Themen wie Gleichstellung der Geschlechter und den verantwortungsvollen Umgang mit moderner Technologie behandelten.

Juristisch wurde der Fall unter anderem als Verletzung der moralischen Integrität sowie als Darstellung sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen eingeordnet. Parallel dazu verhängte die spanische Datenschutzbehörde erstmals in Europa eine Geldstrafe im Zusammenhang mit einem Deepfake-Fall.

Gegen einen der beteiligten Jugendlichen wurde eine Geldbuße von 2000 Euro ausgesprochen, die bei schneller Zahlung auf 1200 Euro reduziert wurde. Dieser Präzedenzfall hatte weitreichende Konsequenzen für die spanische Gesetzgebung.

Spanien passt Gesetze an digitale Realität an

Als Reaktion auf den Skandal hat Spanien seine Gesetzgebung deutlich angepasst und klargestellt, dass auch KI-generierte Inhalte strafbar sein können. Bereits das Erstellen oder Verbreiten solcher manipulierten Bilder kann ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen – selbst dann, wenn keine realen Nacktaufnahmen der betroffenen Personen existieren.

Diese rechtliche Entwicklung in Spanien bildet den Hintergrund für den aktuellen Fall von Collien Fernandes. Nach 14 gemeinsamen Jahren hatte das einstige Paar im September 2025 seine Trennung bekannt gegeben. Während in Deutschland ähnliche Handlungen möglicherweise nur unter anderen rechtlichen Gesichtspunkten verfolgt werden könnten, bietet das spanische Recht hier konkretere Ansatzpunkte für eine strafrechtliche Verfolgung.

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