Weißer Ring in Thüringen: Deutlicher Anstieg bei Fällen häuslicher Gewalt
Weißer Ring: Mehr Fälle häuslicher Gewalt in Thüringen

Weißer Ring in Thüringen verzeichnet alarmierenden Anstieg häuslicher Gewalt

Die Opferhilfeorganisation Weißer Ring meldet einen besorgniserregenden Trend in Thüringen: Immer mehr Menschen suchen aufgrund von häuslicher Gewalt Unterstützung. Bei der Landestagung am Samstag in Gotha teilte die Organisation mit, dass im vergangenen Jahr 161 Fälle von häuslicher Gewalt beraten wurden. Dies entspricht etwa jedem dritten Beratungsfall im Freistaat und unterstreicht die wachsende Bedeutung dieses Themas.

Stetiger Anstieg der Fallzahlen über die Jahre

Die Zahlen zeigen eine deutliche Entwicklung: Während 2022 noch 112 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet wurden, stieg die Zahl 2024 auf 148 und erreichte 2025 nun 161 Fälle. Dieser kontinuierliche Anstieg verdeutlicht, dass häusliche Gewalt ein zunehmendes Problem in der Gesellschaft darstellt. Der Weiße Ring, der seit Jahrzehnten Kriminalitätsopfern mit umfassender Hilfe zur Seite steht, finanziert sich dabei aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und gerichtlich zugewiesenen Geldauflagen.

Umfangreiche Unterstützung und ehrenamtliches Engagement

In Thüringen engagieren sich derzeit 62 Frauen und 35 Männer ehrenamtlich als Beraterinnen und Berater für Opfer von Straftaten oder Angehörige nach Tötungsdelikten. Insgesamt wurde der Weiße Ring im Jahr 2025 in 476 Fällen aktiv. Lisa Berg vom Landesbüro betonte jedoch, dass es eine erhebliche Dunkelziffer gibt: „Nicht jeder, der eine Anzeige stellt, meldet sich beim Weißen Ring oder umgekehrt.“ Dies zeigt, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen wahrscheinlich noch höher liegt.

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Vielfältige Hilfsangebote und finanzielle Unterstützung

Neben häuslicher Gewalt dominieren Körperverletzungen die Deliktbereiche, mit 227 Fällen im vergangenen Jahr. Auch Opfer von Sexualdelikten und Stalking finden beim Weißen Ring Hilfe. Die Organisation bietet nicht nur Beratung und Begleitung zu Behörden, sondern leistet auch finanzielle Unterstützung. Im Jahr 2025 wurden knapp 147.000 Euro an Opferhilfe ausgezahlt, beispielsweise in Form von Hilfechecks für anwaltliche und psychotraumatologische Erstberatung oder Soforthilfen.

Zu den Kernaufgaben gehören zudem Prävention und Aufklärung. „Wir wollen auch Lotsen im Hilfenetz sein“, erklärte Berg. Das Netzwerk des Weißen Rings in Thüringen ist mit 20 Außenstellen flächendeckend präsent, wobei aktuell zwei Standorte im Kreis Greiz und im Saale-Orla-Kreis personell nicht besetzt sind. Landesweit zählt die Organisation 657 Mitglieder, die sich für die Unterstützung von Opfern einsetzen.

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