Der dritte Vergewaltigungsprozess gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein (74) ist in New York gescheitert. Die Geschworenen konnten sich nach mehrtägigen Beratungen nicht auf ein Urteil einigen, wie der zuständige Richter am Donnerstag bekannt gab. Damit bleibt der Fall vorerst ohne abschließendes Urteil in diesem Verfahren.
Weinstein bleibt hinter Gittern
Trotz des gescheiterten Prozesses bleibt Weinstein weiterhin in Haft. Er verbüßt derzeit eine langjährige Haftstrafe aus einem anderen Verfahren. In Los Angeles war er bereits 2022 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem wurde er in New York bereits 2020 zu 23 Jahren Haft verurteilt, allerdings hob ein Berufungsgericht dieses Urteil im April 2024 auf, was zu einem dritten Prozess führte.
Reaktionen der Beteiligten
Die Staatsanwaltschaft zeigte sich enttäuscht über das Scheitern des Verfahrens. „Wir bedauern, dass die Geschworenen kein Urteil fällen konnten. Dennoch werden wir weiterhin für die Gerechtigkeit für die Opfer kämpfen“, erklärte ein Sprecher. Die Verteidigung hingegen begrüßte die Entscheidung und betonte, dass die Vorwürfe nicht eindeutig genug gewesen seien.
Weinsteins Anwälte hatten im Vorfeld auf Freispruch plädiert und argumentiert, dass die Aussagen der angeblichen Opfer nicht glaubwürdig seien. Die Staatsanwaltschaft warf Weinstein vor, mehrere Frauen über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben.
Hintergrund des Falls
Der Fall Harvey Weinstein gilt als einer der bedeutendsten MeToo-Fälle. Seit 2017 haben zahlreiche Frauen Vorwürfe gegen den Produzenten erhoben. Die Vorwürfe reichen von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung. Weinstein hat alle Vorwürfe stets bestritten.
Der Richter erklärte den Prozess für beendet, nachdem die Geschworenen mehrfach signalisiert hatten, dass sie keine Einigung erzielen könnten. Es ist unklar, ob die Staatsanwaltschaft einen weiteren Prozess anstrebt.



