Berlin hat sich zu einem Paradies für Wildtiere entwickelt. Ihre Zahl steigt stetig. Schätzungen zufolge leben bis zu 15.000 Füchse, 10.000 Wildschweine und rund 1.000 Waschbären in der Stadt. Die Probleme sind allgegenwärtig: Wildschweine durchwühlen Gärten, Waschbären nisten in Dächern. Der Senat bleibt jedoch untätig, wie eine aktuelle Anfrage der CDU-Abgeordneten Sandra Khalatbari offenbart.
Zunehmende Konflikte mit Wildtieren
In einer ausführlichen Antwort auf Khalatbaris Fragenkatalog räumt die Senatsumweltverwaltung ein, dass es wachsende Probleme gibt. Die Antwort ist hölzern formuliert: „Aktuell kommt es aufgrund des guten Nahrungsangebotes zu vermehrten Kontakten im Siedlungsbereich.“ Wie solche Kontakte aussehen, zeigte sich am 13. März im Allende-Center in Köpenick, als ein Wildschwein in einen Tedi-Markt eindrang und Regale durchwühlte.
Keine systematische Erfassung von Beschwerden
Die Beschwerden der Anwohner werden vom Senat weder systematisch erfasst noch ausgewertet. Khalatbari zeigt sich verwundert und weist auf Gefahren hin: „Wildschweine können insbesondere dann gefährlich werden, wenn Bachen Frischlinge führen und sich Menschen oder Hunde nähern.“ Zudem berichten immer mehr Eigentümer in ihrem Wahlkreis (Grunewald, Halensee, Schmargendorf) über erhebliche Schäden durch Waschbären an Dächern, Dämmungen und Dachböden von Wohnhäusern.
Die Frage nach der Regulierung der Schäden beantwortet der Senat trocken: „Grundstücksbesitzende sind selbst dafür verantwortlich, ihr Haus und Grundstück gegen Waschbären zu sichern.“ Formal richtig, aber ignorant. Wenn Wildtiere zur Plage werden, muss die Regierung eingreifen – dazu ist sie verpflichtet.
Bleibt die Frage: Wer ersetzt die immensen Schäden? Der Senat zeigt keine Initiative. Die Kritik an der Untätigkeit wächst.



