Wolf reißt Damwild auf Radweg in der Uckermark bei Parmen
Wolf reißt Damwild auf Radweg in der Uckermark

Spaziergänger entdeckten kürzlich ein gerissenes Damwild mitten auf dem Radweg zwischen Fürstenwerder und Parmen in der Uckermark. Der Anblick war schaurig: Der Bauchraum des Tieres war geöffnet und leer gefressen. Nur wenige Meter entfernt auf dem Grünstreifen befand sich eine Blutlache, und auf dem Asphalt waren deutliche Schleifspuren zu sehen.

Jagdpächter bestätigt Wolfsriss

Der zuständige Jagdpächter Sandro Reinholz sorgte nach der Meldung des Funds für einen schnellen Abtransport des Kadavers. Er ist sich sicher, dass ein Wolf das Damwild gerissen und gefressen hat. Bei einem gerissenen Wildtier wird in der Regel kein Rissgutachter hinzugezogen. „Vermutlich war das ein einzelner Wolf ohne Nachwuchs“, schätzt der Jäger ein. Für ihn war es das erste Mal, dass er ein gerissenes Tier von einem Radweg abholen musste.

Der Wolf war offenbar zunächst satt und ließ einen Großteil der Damwildkuh liegen, die vermutlich im Jahr 2025 geboren wurde. „Aber die kommen wieder und wollen weiterfressen“, erklärt Reinholz.

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Wachsende Wolfspopulation als Problem

Die Wolfsdichte sei in der Region zu hoch, so der Jäger. Selbst die Uckermark sei dafür zu dicht besiedelt. Reinholz wurde bereits gerufen, um ein vom Wolf angegriffenes Reh von seinen Leiden zu erlösen. Auch gerissenes Schwarzwild hat der Jagdpächter aus Parmen bereits in seinem Revier gefunden. „Das jagen die Wölfe in Rudeln“, sagt er und verweist auf zahlreiche Beweise für die Anwesenheit mehrerer Wölfe in seinem Revier. Sogar vor seine Wildkamera ist der Wolf schon gelaufen.

Seit etwa 2013 ist Sandro Reinholz Pächter des Jagdreviers, zu dem auch Teile des Radweges gehören. Der Parmer Landwirt, der auch Nutztierhalter ist, hat in den vergangenen Jahren eine deutliche Zunahme der Wolfspopulation festgestellt.

Keine Hinweise auf wildernde Hunde

Wenn Nutztiere von Wölfen gerissen werden, begutachtet ein Rissgutachter das Tier und entnimmt DNA-Proben. Dies dient unter anderem dazu, sicherzustellen, dass nicht etwa Hunde für den Übergriff verantwortlich sind. Auf Nachfrage bei der Gemeinde Nordwestuckermark hieß es: „Bei uns in der Gemeinde und gerade im nördlichen Bereich sind keine streunenden Hunde bekannt oder gemeldet. Es gibt auch keine Meldungen über Besitzer, die ihre Hunde jagen lassen.“

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