Massiver Tablettenfund im Rostocker Hafen: Zoll stoppt 45.000 verschreibungspflichtige Medikamente
Im Rostocker Seehafen ist dem Zoll ein spektakulärer Schlag gegen den illegalen Arzneimittelhandel gelungen. Beamte des Hauptzollamtes Stralsund haben bei einer Kontrolle am Abend des 12. März insgesamt 45.000 verschreibungspflichtige Tabletten beschlagnahmt. Der Fund erfolgte während der Überprüfung eines Kleinbusses, der sich auf dem Weg über Schweden nach Oslo befand.
Röntgentechnik deckt versteckten Koffer auf
Die Zollbeamten setzten bei der Kontrolle moderne Röntgentechnik ein, um die Gepäckstücke des Fahrzeugs zu durchleuchten. Dabei fiel ihnen ein spezieller Koffer auf, der ungewöhnliche Strukturen zeigte. Bei der anschließenden manuellen Durchsuchung entdeckten die Ermittler schließlich die große Menge an Tabletten mit dem Wirkstoff Alprazolam.
Alprazolam ist ein starkes Medikament gegen Angststörungen, das nur unter ärztlicher Aufsicht und mit entsprechender Verschreibung eingenommen werden darf. „Bei falscher Dosierung und ohne ärztliche Kontrolle kann dieses Medikament schnell zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit führen“, warnte Sabine Mattil, Pressesprecherin des Hauptzollamtes Stralsund.
Internationaler Schmuggelring im Visier
Nach Angaben des Fahrers hatte er den verdächtigen Koffer an einer Tankstelle in Rumänien übernommen. In Oslo sollte er das Gepäckstück an eine weitere Person übergeben. Diese Aussage deutet auf einen organisierten internationalen Schmuggelring hin, der verschreibungspflichtige Medikamente illegal über Grenzen transportiert.
Gegen den Mann wurde umgehend ein Steuerstrafverfahren in Verbindung mit dem Arzneimittelgesetz eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das Zollfahndungsamt Hamburg mit Dienstsitz in Rostock, das nun den internationalen Verbindungen des Falls nachgeht.
Gefährliche Medikamente im illegalen Handel
Der massive Fund von 45.000 Tabletten unterstreicht die Dimension des illegalen Arzneimittelhandels in Deutschland und Europa. Alprazolam gehört zu den Benzodiazepinen und kann bei missbräuchlicher Anwendung schwerwiegende Folgen haben:
- Schnelle Entwicklung von Abhängigkeit
- Psychische und körperliche Entzugserscheinungen
- Gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen
- Erhöhtes Risiko von Überdosierungen
Die Zollbehörden in Mecklenburg-Vorpommern zeigen mit dieser erfolgreichen Kontrolle, dass sie auch im internationalen Verkehr wachsam bleiben. Der Rostocker Hafen als wichtiger Ostsee-Umschlagplatz steht dabei besonders im Fokus der Ermittler.



