Die Kleinstadt Brüssow wagt sich in diesem und im nächsten Jahr an ein großes Investitionsvorhaben zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur, aber auch der Lebensqualität der Einheimischen: Badeanstalt, Freilichtbühne und der Aussichtshügel Utkiek am Ortseingang sollen eine Aufwertung erfahren.
Umfangreiche Sanierungspläne
„Wir werden die Freilichtbühne komplett sanieren, den Bühnenkörper genauso wie die Nebengebäude. Der Zuschauerbereich wird eine Teilüberdachung bekommen“, kündigt Amtsdirektorin Annett Hartwig an. In der Badeanstalt sei die Sanierung des Sozialgebäudes geplant. Das Freibad soll zudem eine neue Attraktion bekommen: eine 32 Meter lange Wasserrutsche sowie neue Spielgeräte am Strand. Darüber hinaus wolle man einen barrierefreien Zugang zum Wasser schaffen.
Aussichtsturm für den Utkiek
Zu dem Großprojekt der Kleinstadt gehört außerdem die weitere Ausstattung des Aussichtshügels Utkiek mit Sitzgelegenheiten, Sonnenschirmen und Stromanschluss. Die Attraktion soll ein Aussichtsturm, eine Stahlkonstruktion von 8,60 Metern Höhe, werden.
„All das wäre der Kommune als Eigentümer und Betreiber der Anlagen ohne Förderung nicht möglich“, so die Amtsdirektorin. Schließlich sind für das Projekt rund 659.000 Euro veranschlagt. Dank einer 80-prozentigen Förderung aus dem Leader-Programm kann die Stadt das Vorhaben stemmen. Ihr sei ein Zuschuss von rund 527.200 Euro bewilligt worden.
Bauarbeiten sollen Saison nicht beeinträchtigen
Die Arbeiten müssen bis 2027 abgeschlossen sein. Erste Vergaben, unter anderem zum Aussichtsturm, seien erfolgt. Vorarbeiten finden bereits an der Freilichtbühne statt. „Aber wir wollen die Saison im Schwimmbad und auf der Freilichtbühne natürlich noch mitnehmen“, sagt die Amtsdirektorin. Diese werde am Sonnabend, dem 30. Mai, mit einem Kindertagsfest eröffnet. Bereits am 23. Mai gibt es auf der Freilichtbühne das Konzert „Brüssow rockt“. Und auch das traditionelle Parkfest im Sommer solle wegen der Bauarbeiten nicht von der Veranstaltungsliste gestrichen werden. „Wir wollen die Bautätigkeit so organisieren, dass sie mit dem Veranstaltungsablauf in Einklang gebracht werden kann“, verspricht die Amtsdirektorin.
Herausforderung für die Kommune
Selbst mit Förderung seien solche Projekte für die Stadt und die Amtsverwaltung eine große Herausforderung. Schließlich erwachse daraus doch der Anspruch, die Kosten für diese freiwillige Aufgabe des Betriebs und der Unterhaltung der Freizeiteinrichtungen auch in der Zukunft zu stemmen.
Parallel dazu bekenne sich die Gemeinde Schönfeld zu ihrem Schwimmbad im Ortsteil Klockow, für das ebenfalls über Leader Fördermittel eingeworben werden konnten. Dort sollen nach der Badesaison 2026 Technik und Umkleiden erneuert werden. Offen bleibe die Sanierung des Beckens, das derzeit immer nur stückweise geflickt werden könne.
Schwimmausbildung im Amt Brüssow
„Bei uns kann jeder schwimmen lernen, ob Jung oder Alt“, so Annett Hartwig. Dafür bildet die Kommune Rettungsschwimmer aus, die den von der Kommune angestellten Bademeister ehrenamtlich mit einer Aufwandsentschädigung unterstützen. „Es ist schon beachtlich, was die kleinen Kommunen ermöglichen“, findet die Amtsdirektorin.
Dabei sei der Haushalt der Stadt Brüssow angespannt gewesen. Erst 2026 sehe es besser aus, dank gestiegener Gewerbeeinnahmen, so die Amtsdirektorin. Hilfreich wäre es, wenn die Kommunen und ihre Einwohner bei freiwilligen Projekten mehr von den Windfeldern in unmittelbarer Nachbarschaft profitieren könnten, so Annett Hartwig. Doch leider seien in Brandenburg nur Anlagenbetreiber, die ihre Windräder nach 2019 in Betrieb genommen haben, zur Zahlung einer Sonderabgabe verpflichtet.



