Kinderverbot in Therme: Leserin lobt Ruhe für Erwachsene
Kinderverbot in Therme: Leserin lobt Ruhe für Erwachsene

Die Therme im hessischen Bad Nauheim sorgte kürzlich mit der Einführung eines kinderfreien Samstags für Aufsehen. Einige Eltern hinterfragen diese Entscheidung kritisch, während andere sie durchaus sinnvoll finden. Andrea aus Ratingen zählt sich zu den Befürwortern.

Begeisterung über kinderfreien Tag

„Ich finde es hervorragend, dass es jetzt einen Tag gibt, an dem Erwachsene einfach mal zur Ruhe kommen können, ohne dass ihnen Kinderlärm um die Ohren schallt“, sagt Andrea H., die ihren vollen Namen lieber nicht in der Zeitung sehen möchte. Sie bedauert, nicht in der Nähe der Therme zu wohnen. Mit 57 Jahren lebt sie in einer Partnerschaft. Aus Erfahrung spricht sie: „Mein Partner hat erwachsene Kinder, ich selbst habe keine. Oft sehen wir, dass Kinder in der Öffentlichkeit völlig überdrehen, und Eltern sie einfach mit einem Tablet ruhigstellen.“

Handyverbot in der Therme wird missachtet

Andrea H. berichtet von alltäglichen Erlebnissen und Beobachtungen: „Egal ob im Urlaub, im Hotel oder in unserem Stammschwimmbad: Immer wieder setzen Eltern Technologie ein, um ihre Kinder zu besänftigen. Die Kleinen sitzen dann mit riesigen Kopfhörern und Tablets da, statt soziale Interaktion zu lernen.“ Sie ergänzt: „Im Schwimmbad ist es nicht anders. Das Handyverbot gilt zwar, aber sobald sie drinnen sind, starten viele das Theater und holen die Smartphones heraus.“

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In ihrer Stammtherme veranstaltet das Team sogar Kinderabende, an denen Kinder gemeinsam mit ihren Eltern die Sauna besuchen. „Die Therme bietet auch eine Ladys Night und andere thematische Abende an.“ Aber man sollte die Sache auch von einer anderen Seite betrachten: „Solche Angebote entlasten Eltern, die ihre schwer erziehbaren Kinder zeitweise leid sind. Diese Eltern wollen bestimmte Situationen weder sehen noch hören, geben die Kinder für ein paar Stunden zur Oma und gönnen sich selbst Ruhe.“

Kein Telefonat ohne Kindergeschrei möglich

Ihre Schilderung wird lebendig, als sie mit unserer Zeitung sprach: „Ich sitze gerade auf dem Flughafen in Düsseldorf und warte auf meinen Abflug. Ich habe mich extra in eine ruhige Ecke gesetzt, um dieses Telefonat zu führen. Und plötzlich sitzen neben mir zwei Kinder, die lautstark spielen, während die Mutter daneben einfach nichts unternimmt. Manchmal frage ich mich, wo das alles noch hinführen soll.“

Sie ist überzeugt, dass viele den kinderfreien Samstag verstehen werden: „Offenbar ist etwas vorgefallen, weshalb die Therme diesen Schritt geht. Schließlich ist Bad Nauheim ein Kurort. Erwachsene kommen hierher, um sich zu erholen, nicht um in ein wildes Freizeitbad zu geraten. Und Familien finden ohnehin genügend Alternativen.“

Als leidenschaftliche Verfechterin von Ruhe und Einkehr sagt Andrea H. weiter: „Mein Partner und ich schätzen es, einkaufen zu gehen, ohne Beschallung. Supermärkte, die ´Quiet Hour´ (stille Stunde) anbieten, sind Gold wert, vor allem in einer Welt, die unser Gehirn durch permanente Reizüberflutung überlastet.“

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