Morgens um fünf beginnt das Konzert der Vögel – und das wurde beim sogenannten Zwitscherfrühstück in Eickelberg zum Thema. Dr. Lothar Daubner, Ornithologe aus Klein Görnow, lud am Sonntagmorgen zu einer frühen Tour in die Welt der gefiederten Sänger ein. Wer tiefer eintauchen möchte, kann noch bis zum 17. Mai die Ausstellung in der Kirche Eickelberg besuchen.
Frühes Aufstehen für Vogelgesang
Schon beim ersten Kaffee und während des Wartens auf alle Teilnehmer wurde auf die Gesänge der Vögel gelauscht. „Die Uhrzeit von 7 Uhr ist eigentlich schon ziemlich spät, um die gesamte Bandbreite zwitschernder Vögel zu hören“, erklärte Dr. Daubner. „Wer Vögel hören und beobachten will, sollte mit dem Morgengrauen vor Ort sein, also zurzeit gegen 5 Uhr morgens.“
Von der Kirche aus den Morgensängern auf der Spur
Jedes Jahr lädt der Ornithologe zu einer Vogelstimmenwanderung in und um Eickelberg ein. Dieses Mal war der Treffpunkt die Eickelberger Kirche. In deren Küche duftete zunächst einmal der Muntermacher-Kaffee. Bereits in dieser gemütlichen Runde machte der Fachmann die Gäste auf verschiedene Vögel aufmerksam. Der Kirchfriedhof mit seinen hohen Bäumen und Büschen ist der ideale Tummelplatz für die kleinen Morgensänger.
Lothar Daubner ließ die Anwesenden raten, welche Vögel sich über ihnen aufhielten. Jutta Thomsen aus Klein Görnow war dabei recht bewandert und zeigte sich begeistert.
Nachtigall und Kohlmeise lautstark zu hören
Rings um die Kirche wurde fast als erstes die Nachtigall gehört – lautstark und mit verschiedensten Gesangsvarianten, jedoch nur flüchtig gesehen. Von allen erkannt wurde die Kohlmeise. Ihr Reviergesang besteht aus einer Reihe metallisch reiner, hoher und lauter Töne, die man als „tsi-da … tsi-da“ wiedergeben kann. Auch den Buchfinken mit seinem typischen „Würzgebühr“ am Ende seines Liedes erkannten einige. Den Kuckuck sowieso – und wer ihn zum ersten Mal in diesem Jahr hörte, wurde angehalten, schnell mit dem Geld in der Tasche zu klimpern, damit es nie ausgehe (ein alter Aberglaube).
Feine Unterschiede bei Vogellauten
Weniger bekannt waren die Gesänge von Gartengrasmücke, Grünfink und Gimpel. Der wunderschöne Gimpel mit rotem Bauch und schwarzer Kappe zeigte sich allerdings nicht. Der Zaunkönig mit seinem schmetternd lauten Gesang (40 bis 90 Dezibel) war den wenigsten bekannt. Ebenso wenig von Bachstelze, Grauschnäpper und Gartengrasmücke. Der Ornithologe erkannte auch den Gartenbaumläufer und den Waldbaumläufer. Ihr Gesang ist unterschiedlich: Der Gartenbaumläufer ruft kurz „tit tit tit“, der Waldbaumläufer singt länger mit zwei dünnen Trillern.
Vielstimmiger Chor und gemütliches Frühstück
Die Rufe der Kraniche waren von weit her zu hören, auch Rauchschwalbe, Ringeltaube, Stieglitz, Kleiber und Haussperling tummelten sich in den Ästen. Die Vielfalt der Vögel an der Eickelberger Kirche war erstaunlich. Zu sehen waren nur wenige, meist paarweise, hoch oben im Geäst. Während es oben und unten zwitscherte, saßen die Teilnehmer der Exkursion unter oder zwischen den Vögeln und ließen es sich beim morgendlichen Frühstück gut gehen – ohne „einen zu zwitschern“.
Vogelausstellung in der Kirche Eickelberg
Wer nicht so früh aufstehen wollte, aber sich dennoch für die heimische Vogelwelt interessiert, kann noch bis zum 17. Mai (Finissage ab 17 Uhr) jedes Wochenende von 10 bis 17 Uhr die beeindruckende Vogelausstellung in der Kirche Eickelberg besuchen. Dort sind heimische Vögel im Bild festgehalten und mit QR-Codes zu den jeweiligen Gesängen hinterlegt.



