Die 8 besten „Tatort“-Krimis, die den Grimme-Preis gewannen
8 „Tatort“-Krimis mit Grimme-Preis

Der Grimme-Preis, benannt nach Adolf Grimme (1889–1963), dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, zählt zu den bedeutendsten Medienpreisen Deutschlands und gilt als die renommierteste Auszeichnung für Fernsehproduktionen. Gestiftet wird er vom Volkshochschulverband. Die diesjährige Verleihungsgala findet am Freitag, den 24. April, in Marl statt. In diesem Jahr wird nach längerer Zeit wieder ein Film aus Deutschlands populärster TV-Reihe ausgezeichnet – ein „Tatort“. Dies ist bislang erst achtmal vorgekommen. Hier sind die prämierten Krimis im Überblick.

2026: „Tatort: Dunkelheit“ (HR)

Der Kontrast zum verspielten Vorgängerteam (Margarita Broich und Wolfram Koch) hätte am 5. Oktober 2025 kaum größer sein können beim neuen Frankfurter „Tatort“: Kommissar Hamza Kulina (Edin Hasanović) wird nach einem Fehler zur ernsten Maryam Azadi (Melika Foroutan) versetzt, die in einem dunklen Keller akribisch Altfälle bearbeitet. Der Hessische Rundfunk setzt nun auf Cold-Case-Krimis und den migrantischen Hintergrund des neuen Teams. Mit der deutsch-iranischen Schauspielerin Foroutan und dem deutsch-bosnischen Hasanović ist das Aushängeschild des Senders hervorragend besetzt. In dem ausgezeichneten Krimi „Dunkelheit“ macht eine Frau beim Ausmisten der Garage ihres verstorbenen Vaters eine grausige Entdeckung. Das Team Azadi/Kulina begibt sich auf die Spur eines Serienkillers, der als „Main-Ripper“ jahrelang Angst und Schrecken verbreitete. Kulina sieht sich mit einem eigenen Trauma konfrontiert: Er verlor 1995 beim Massaker von Srebrenica seinen Bruder. Die Autoren Senad Halilbašić, Erol Yesilkaya und Stefan Schaller (letzterer auch Regisseur) schufen einen überdurchschnittlichen „Tatort“ – einen Thriller, der lange nachhallt.

2015: „Tatort: Im Schmerz geboren“ (HR)

Ebenfalls vom Hessischen Rundfunk stammt der vor elf Jahren ausgezeichnete Kunstfilm „Im Schmerz geboren“ (Drehbuch: Michael Proehl; Regie: Florian Schwarz). Der am 12. Oktober 2014 erstausgestrahlte Krimi mit Ulrich Tukur als Wiesbadener LKA-Ermittler Felix Murot faszinierte mit Zitaten aus „Spiel mir das Lied vom Tod“, opulenter Filmmusik (Beethoven, Brahms, „Jules et Jim“-Filmmusik von Georges Delerue) und einer spektakulär hohen Anzahl an Leichen.

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2014: „Tatort: Angezählt“ (ORF)

In diesem österreichischen Krimi (TV-Premiere am 15. September 2013) drückt Major Bibi Fellner, Kollegin von Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), eine anonyme Nummer weg. Sie ahnt nicht, dass es der letzte Hilferuf einer früheren Zeugin war, der sie einst Schutz versprochen hatte. Der Fall führt in den Sumpf des Wiener Rotlichtmilieus mit Elendsprostitution. Fellner (Adele Neuhauser) gerät selbst ins Fadenkreuz eines Killers. Regie führte Sabine Derflinger nach einem Drehbuch von Martin Ambrosch („Wiener Blut“).

2011: „Tatort: Nie wieder frei sein“ (BR)

Dieser komplexe Sozialkrimi und Justizthriller mit sensationellem Ende (Drehbuch: Dinah Marte Golch; Regie: Christian Zübert) faszinierte bei seiner Erstausstrahlung am 19. Dezember 2010 viele Zuschauer. Für Melanie Bauer (Anna Maria Sturm) bricht die Welt zusammen, als der Mann, der sie vergewaltigt und fast umgebracht hat, vor Gericht straffrei ausgeht – nur weil eine Anwältin (Lisa Wagner) spitzfindig vorgegangen ist. Die folgenden Ereignisse entsetzen nicht nur die Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl), sondern lassen am Ende einige Menschen „nie wieder frei sein“.

2005: „Tatort: Herzversagen“ (HR)

Vom Hessischen Rundfunk kam der vor 21 Jahren ausgezeichnete Fall „Herzversagen“ (Regie: Thomas Freundner; Drehbuch: Freundner mit Stephan Falk). Darin wird eine Frau ermordet in ihrer Wohnung gefunden, ihr Erspartes ist verschwunden. Die Kommissare Charlotte Sänger und Fritz Dellwo (Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf) stoßen bei ihren Recherchen auf eine Serie rätselhafter Todesfälle älterer Damen, die alle angeblich an Herzversagen starben. Alle hatten kurz vor ihrem Tod ihre Ersparnisse von der Bank geholt.

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2002: „Tatort: Im freien Fall“ (BR)

Der Film (Erstausstrahlung am 4. November 2001) ist Kunstfälscher-Krimi, Gewissensdrama und Liebesfilm in einem. Kommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) fiel hier völlig aus seiner Rolle. Der Ermittler verliebt sich und taumelt durch ein märchenhaft ausgeleuchtetes München, bevor die Realität ihn wieder einholt. Drehbuchautor Alexander Adolph erhielt besonders viel Lob für seine vielschichtige Arbeit. Regie führte Jobst Oetzmann.

1993: „Tatort: Kinderspiel“ (ORF)

In dem Wien-Krimi (TV-Premiere am 16. August 1992) erschüttert eine Serie von Raubüberfällen die Stadt. Eine Bande nicht strafmündiger Kinder terrorisiert ältere Frauen. Inspektorin Susanne Kern (Sylvia Haider) wird bei einem Einsatz im Prater von einem der Jungen mit einer Spritze attackiert. Die Inspektoren Fichtl und Hollocher (Michael Janisch und Michael Bukowsky) versuchen, die Drahtzieher hinter den organisierten Kinderbanden zu finden. Regie führte Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“) nach einem Drehbuch von Peter Zingler.

1989: „Tatort: Moltke“ (WDR)

In diesem Krimi, der am 28. Dezember 1988 seine TV-Premiere hatte, hat Dieter Bohlen eine Gastrolle und singt seinen Blue-System-Song „Silent Water“. Der Krimi mit Götz George als Horst Schimanski und Eberhard Feik als Christian Thanner (Drehbuch: Axel Götz, Jan Hinter, Thomas Wesskamp; Regie: Hajo Gies) dreht sich um einen lange zurückliegenden Bankraub. 1978 wurde dabei einer der Täter schwer verletzt und vom Anführer der Bande in der Bank exekutiert. Es war das erste Mal, dass die zum ARD-Programm gehörende Krimireihe „Tatort“ als preiswürdig erachtet wurde, wie es die Nachrichtenagentur dpa 1989 formulierte. Den „Tatort“ gibt es seit 1970, den Grimme-Preis seit 1964.