Bares für Rares: Historischer Hebammenkoffer mit unliebsamem Geheimnis
Die beliebte ZDF-Trödel-Show Bares für Rares präsentierte am Dienstag, dem 10. März 2026, wieder eine faszinierende Auswahl an Raritäten. Moderator Horst Lichter führte durch eine Folge, die besonders durch ein medizinhistorisches Highlight beeindruckte: einen originalen Wiesbadener Hebammenkoffer aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Das medizinhistorische Highlight der Sendung
Die beiden Hebammen Inka und Annette brachten einen besonderen Schatz in die Sendung: einen Wiesbadener Hebammenkoffer der renommierten Firma Gottlob Kurz. Dieses Modell existiert seit 1902 und wurde kontinuierlich mit den neuesten medizinischen Erkenntnissen aktualisiert. Der Koffer wechselte mehrfach den Besitzer, gehörte ursprünglich jedoch einer Hebamme.
Im Inneren befanden sich zahlreiche historische Instrumente:
- Nabelklemmen und Nabelschere
- Ein medizinisches Hörrohr
- Verschiedene Schläuche und Desinfektionsalkohol
- Originalverpackte Medikamente
- Eine integrierte Babywaage als Patent der Firma Kurz aus den 1950er Jahren
Die Babywaage ermöglichte eine zeitliche Einordnung des Koffers in die Periode von 1930 bis 1950.
Der verhängnisvolle Makel des historischen Koffers
Trotz der faszinierenden medizingeschichtlichen Bedeutung hatte der Koffer einen gravierenden Nachteil: ein intensiver, hartnäckiger Kellergeruch. Experte Detlev Kümmel schätzte den Wert des Exponats in diesem Zustand auf lediglich 200 bis 300 Euro, da der Geruch kaum zu beseitigen sei und den Sammlerwert erheblich mindere.
Die Verkäuferinnen hatten sich hingegen 500 Euro erhofft. Im Händlerraum begann das Bieten mit nur 100 Euro von Daniel Meyer. Obwohl die Händler das Stück interessant fanden, schreckte der penetrante Geruch ab. Das höchste Gebot erreichte schließlich 150 Euro von Anaisio Ghiouas.
Da dieses Angebot deutlich unter den Erwartungen der Hebammen lag, entschieden sich Inka und Annette, den Koffer wieder mitzunehmen. Damit endete die Präsentation dieses besonderen medizinhistorischen Stücks ohne Verkauf, aber mit einem denkwürdigen Moment für alle Beteiligten.
Weitere Raritäten in der Sendung vom 10. März 2026
Neben dem Hebammenkoffer wurden weitere interessante Objekte präsentiert:
- Putzschränkchen aus den 1920er Jahren: Ein schmales Holzschränkchen aus Buchen- und Fichtenholz mit Linoleum-Oberfläche, das altersbedingte Gebrauchsspuren aufwies. Expertenschätzung: 200 bis 250 Euro.
- Opalarmreif um 1900: Ein Schmuckstück aus 9-karätigem Roségold mit drei australischen Opalen, Halbperlen und Diamantrosen im typisch englischen Stil. Expertenschätzung: 800 bis 1.000 Euro.
- Fotografien von Volkmar Wentzel: Zwei gerahmte Schwarz-Weiß-Fotografien aus den 1930er-Jahren als Neuabzüge von Mitte/Ende der 1980er-Jahre. Expertenschätzung: 400 bis 800 Euro (200 bis 400 Euro pro Bild).
- Collier/Brosche um 1910: Ein modulares Schmuckstück aus 750er- und 585er-Gold mit Altschliff-Diamanten, das jedoch durch nachträgliche Veränderungen in seiner Multifunktionalität eingeschränkt wurde. Expertenschätzung: 800 bis 1.000 Euro.
Die endgültigen Verkaufsergebnisse dieser Objekte wurden in der Sendung um 15:05 Uhr im ZDF bekannt gegeben. Bares für Rares bleibt damit eine feste Institution im deutschen Fernsehen, die regelmäßig skurrile, faszinierende und historisch wertvolle Fundstücke präsentiert.



