Familienunternehmen in Lübz wächst trotz Krise: Elektroanlagenbau expandiert mit neuer Strategie
Während viele Handwerksbetriebe durch Pandemie und weltweite Krisen schwer gebeutelt wurden, zeigt sich ein Familienunternehmen aus Lübz erstaunlich resilient. Ralf Schulz, Geschäftsführer des Elektroanlagenbau Lübz, blickt auf eine beeindruckende Wachstumsgeschichte zurück und plant bereits die nächsten Expansionsschritte.
Von der Garage zum expandierenden Unternehmen
Als Ralf Schulz im April 2019 eine kleine Elektrofirma übernahm, verfügte diese über lediglich einen Angestellten, ein bescheidenes Büro und ein Lager von der Größe einer Garage. Heute, im Frühjahr 2026, präsentiert sich das Unternehmen in einem völlig anderen Licht. Unter dem Namen Elektroanlagenbau Lübz firmierend, beschäftigt der Betrieb mehr als 20 Mitarbeiter und unterhält eine Flotte von ebenso vielen Fahrzeugen.
Interessanterweise berichtet Schulz aktuell von etwa halb so vielen Mitarbeitern – doch dies ist keineswegs ein Zeichen des Niedergangs. „Weil es seit Kurzem zwei Firmen sind“, erklärt der Unternehmer anlässlich eines Besuchs von Vertretern aus Politik und Wirtschaftsförderung. „Wir haben den Bereich Innenausbau in ein eigenständiges Unternehmen ausgelagert, die Innenausbau GmbH IAB.“
Strategische Ausrichtung auf Komplettlösungen
Das erklärte Ziel dieser Neuausrichtung ist ambitioniert: Lösungen für alle Fragen rund um Elektrik, smartes Zuhause, Photovoltaik sowie Innenausbau anzubieten, sodass Immobilienbesitzer und Bauherren dafür nur einen Ansprechpartner benötigen. Diese Bündelung verschiedener Gewerke unter einem Dach soll zahlreiche Vorteile bieten:
- Abgestimmte Arbeitsabläufe zwischen verschiedenen Fachbereichen
- Höhere Planungssicherheit für Kunden
- Ein fester Ansprechpartner für alle Gewerke
- Vereinfachte Kommunikation und Koordination
Diese Vorteile gelten laut Schulz nicht nur für private Bauherren, sondern ebenso für den professionellen und industriellen Bereich.
Spezialisierung als Antwort auf technologische Entwicklungen
Die elektrischen Anlagen werden zunehmend komplexer, was neue Anforderungen an Handwerksbetriebe stellt. Elektronik und Datentechnik prägen das Berufsbild des Elektrikers immer stärker, während Photovoltaikanlagen und Glasfaseranschlüsse kontinuierlich an Bedeutung gewinnen.
„Für unterschiedliche Aufgaben werden spezialisierte Fachkräfte benötigt“, betont Ralf Schulz. „Deshalb haben wir Teams aus qualifizierten Mitarbeitenden aufgebaut, die Projekte zuverlässig umsetzen. Gewerke greifen heute stärker ineinander: Planung der Elektrik, Lichtgestaltung, Gebäudetechnik mit zentraler, ortsunabhängiger Steuerung sowie notwendige Innenaus- und Umbauten.“
Expansionspläne und Generationenwechsel
Für Macher wie Ralf Schulz bedeutet Stillstand Rückschritt. Daher plant er weitere Wachstumsschritte:
- Personalerweiterung durch Einstellung eines Allrounders, eines Tischlers und eines Elektrikers beziehungsweise Elektronikers
- Portfolioerweiterung, beispielsweise durch Aufbau eines Küchenstudios
- Weitere Spezialisierung in zukunftsträchtigen Bereichen
Besonders bemerkenswert ist die langfristige Perspektive des Familienunternehmens. Schulz und seine Frau bauen bereits auf die nächste Generation: Seine ältere Tochter wurde bereits ins Unternehmen geholt, und auch die jüngere soll dort ihren beruflichen Platz finden. Diese generationenübergreifende Planung unterstreicht das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Betriebs.
Das Beispiel des Elektroanlagenbau Lübz zeigt, dass auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten Wachstum möglich ist – vorausgesetzt, Unternehmen passen sich den veränderten Marktbedingungen an, setzen auf Spezialisierung und denken langfristig. Die strategische Aufteilung in spezialisierte Unternehmenseinheiten bei gleichzeitiger Bündelung von Dienstleistungen unter einem Dach könnte Modellcharakter für andere Handwerksbetriebe in der Region haben.



