Die Berliner SPD steht vor einem richtungsweisenden Landesparteitag. Am Samstag sollen die Delegierten über eine neue Doppelspitze abstimmen. Nominiert sind der Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, und die Abgeordnete Bettina König. Ihre Wahl gilt als so gut wie sicher, doch die eigentliche Spannung liegt in der Höhe der Zustimmung. Angesichts der aktuell schlechten Umfragewerte der Partei wird genau beobachtet, wie viel Rückhalt die beiden Kandidaten von den rund 250 erwarteten Delegierten erhalten.
Programmdebatte mit Konfliktpotenzial
Neben den Personalien steht die Beratung des neuen Landeswahlprogramms im Mittelpunkt des Parteitags in Berlin-Mitte. Viele Themen sind intern weitgehend unstrittig, doch es gibt auch Knackpunkte. Besonders die Frage der Enteignung großer Wohnungsunternehmen sorgt für Diskussionsbedarf. Hier könnten unterschiedliche Positionen innerhalb der Partei aufeinandertreffen.
Rücktritt der alten Führung
Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem die bisherigen Vorsitzenden Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel im vergangenen Jahr überraschend ihren Rückzug für Ende November 2025 erklärt hatten. Sie begründeten ihren Schritt mit mangelndem Rückhalt in der Partei. Steffen Krach, derzeit noch Regionspräsident in Hannover und früherer Wissenschaftsstaatssekretär, war bereits im November einstimmig zum Spitzenkandidaten gewählt worden. Er hat das ehrgeizige Ziel ausgegeben, die SPD bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September zur stärksten Kraft zu machen. Aktuelle Umfragen sehen die CDU vorn, die SPD liegt knapp hinter der AfD und gleichauf mit Grünen und Linken.



