Bernd „Benno“ Weber verstorben: BILD trauert um Sportjournalismus-Legende
Bernd „Benno“ Weber gestorben: BILD trauert um Legende

Abschied von einer deutschen Medienlegende: Bernd „Benno“ Weber verstorben

Die deutsche Medienwelt trauert um eine ihrer schillerndsten Persönlichkeiten. Bernd „Benno“ Weber, der legendäre Sportreporter und ehemalige NRW-Chef der BILD-Zeitung, ist im Alter von 85 Jahren friedlich eingeschlafen. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke im deutschen Sportjournalismus, den er über vier Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.

Ein Leben voller Sensationen und Herzblut

Wie viel Sensation passt in ein Menschenleben? Im Fall von Benno Weber war es eine ganze Menge. Mit seiner unverwechselbaren Mischung aus Haltung, Herz und Humor prägte er den deutschen Sportjournalismus wie kaum ein anderer. Seine Karriere spannte sich von seiner Zeit als NRW-Chef bei BILD bis hin zu seiner Kultmoderation bei RTL, wo er fast so prominent wurde wie die Superstars aus Show und Politik, die vor seinem Mikrofon standen.

Beckenbauer, Brandt und Bardot – wo Benno Weber auftauchte, war er stets im Zentrum des Geschehens. Seine markante Ruhrpottschnautze war gleichermaßen geliebt und gefürchtet. Laut, lustig und fordernd brachte er seine Gesprächspartner stets auf den Punkt, ohne dabei seine charakteristische Herzlichkeit zu verlieren.

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Die unzertrennliche Verbindung zu Schalke 04

Bis zuletzt schlug Benno Webers Herz für den FC Schalke 04. Seine Verbindung zum Verein war so eng, dass er oft als siamesischer Zwilling des legendären Managers Rudi Assauer bezeichnet wurde. Gemeinsam mit Größen wie Stan Libuda und anderen Vereinsikonen bildete er eine Bruderschaft im Geiste des Reviersports.

Seine emotionale Bindung zu Schalke ging so weit, dass er körperlich litt, wenn seine Mannschaft verlor. Nach Siegen hingegen zelebrierte er den Triumph auf seine ganz eigene Weise – etwa indem er demonstrativ mit 50 km/h auf der A40 unterwegs war, um den Erfolg möglichst lange auszukosten.

Markenzeichen und unverwechselbarer Stil

In der Kultsendung „Doppelpass“ wurde Benno Weber durch zwei Dinge unverwechselbar: ein Glas Rotwein morgens um 11 Uhr und seinen charakteristischen fliederfarbenen Schal. Dazu kam knallhartes Fachwissen und exklusive Insiderinformationen, die er mit seiner typischen Direktheit präsentierte.

Später in seinem geliebten Büro in Essen-Kettwig hämmerte er mit den Füßen auf dem Tisch noch schnell einen Kommentar in die Tastatur. Sein Lebensmotto „Das Leben hat mehr als 60 Zeilen!“ wurde zum Markenzeichen seines umfassenden journalistischen Ansatzes.

Der Urtyp des Boulevard-Reporters

Wenn es jemals einen Urtypen des deutschen Boulevard-Reporters gegeben hat, dann war es zweifellos Benno Weber. Lange bevor Hape Kerkeling von seiner Kunstfigur „Schlämmer“ träumte, hatte Weber den Typus des schnoddrigen, aber herzlichen Reporters bereits perfektioniert. Ironischerweise hasste er die Figur des Schlämmer – vielleicht, weil er im tiefsten Inneren wusste, wie viel von seiner eigenen Persönlichkeit in dieser Karikatur steckte.

Ein friedlicher Abschied in Essen

Am vergangenen Freitag ist Benno Weber friedlich in einem Pflegeheim in Essen-Rüttenscheid eingeschlafen. Die Bundesliga-Rückkehr seines geliebten FC Schalke 04 wird er nun im Himmel feiern – gemeinsam mit seiner verstorbenen Ehefrau Brigitte, Rudi Assauer, Stan Libuda und anderen Weggefährten.

BILD trauert um einen der schillerndsten Kollegen ihrer Geschichte. Die deutsche Medienlandschaft verliert mit Benno Weber nicht nur einen herausragenden Journalisten, sondern auch einen Charakter, der den Sportjournalismus nachhaltig verändert und menschlicher gemacht hat. Sein Erbe wird in den Redaktionen und in den Herzen seiner Kollegen und Zuschauer weiterleben.

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