BILD-Chefin fordert Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren
BILD-Chefin fordert Social-Media-Verbot für Kinder

BILD-Chefredakteurin Marion Horn fordert striktes Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren

Die Chefredakteurin der BILD-Zeitung, Marion Horn, positioniert sich klar für ein gesetzliches Verbot von Social-Media-Plattformen für Minderjährige unter 14 Jahren. Diese Forderung unterstützt den gemeinsamen Vorstoß von CDU und SPD, der aktuell in der politischen Diskussion ist. Während Kritiker wie ihr Kollege Marcel Sacha ein solches Verbot als "gefährlichen und autoritären Weg" bezeichnen, vertritt Horn eine dezidiert andere Position.

Jugendschutz muss auch im Digitalen gelten

"Wir verbieten 13-jährigen Kindern Zigaretten, Alkohol und Glücksspiel - und das aus gutem Grund", argumentiert Horn. "Diese Substanzen und Aktivitäten machen abhängig und richten nachweislich Schaden an. Wir nennen das Jugendschutz. Warum sollte dieser Schutzgedanke im digitalen Raum plötzlich nicht mehr gelten?" Die Journalistin betont, dass es sich bei Social Media nicht um einen neutralen Kommunikationsraum handle, sondern um eine hochprofessionelle Industrie, die gezielt auf Verhaltensmanipulation ausgelegt sei.

Algorithmen treffen auf sich entwickelnde Gehirne

Horn weist auf die besondere Gefahr hin, dass algorithmische Systeme auf Gehirne treffen, die sich noch in der Entwicklung befinden. "Impulskontrolle, Risikobewusstsein und langfristiges Denken bilden sich erst aus. Das ist keine Meinung, sondern entwicklungspsychologische Tatsache", erklärt die BILD-Chefin. Genau diese Diskrepanz mache Social Media so problematisch für Jugendliche. Die Plattformen belohnten extreme Inhalte, die sich schneller verbreiteten als differenzierte Positionen.

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Die Folgen seien vielfältig und besorgniserregend:
  • Radikalisierungstendenzen in verschiedenen ideologischen Bereichen
  • Verbreitung von Verschwörungsmythen und extremen Weltbildern
  • Sexistische Frauenbilder und toxische Männerkulte
  • Missbrauch harmloser Inhalte durch Dritte

Systematische psychologische Vermessung von Kindern

Ein besonders kritischer Punkt für Horn ist die systematische Datenerhebung bei Minderjährigen. "Warum sollten wir es zulassen, dass Konzerne Zwölfjährige psychologisch vermessen, um Konsumprofile zu erstellen?", fragt sie. Die Interessen, Ängste und Gewohnheiten von Kindern würden gespeichert, analysiert und monetarisiert - ein Vorgang, den sie als "furchtbar" bezeichnet. Kinder erhielten quasi schon früh einen "Stempel zur weiteren Verwendung".

Eltern allein können der Aufgabe nicht gerecht werden

Zwar tragen Eltern nach Horns Ansicht eine wichtige Verantwortung, doch sie seien den algorithmischen Systemen der Tech-Konzerne nicht gewachsen. "Eltern können keine KI-Systeme kontrollieren, die mit Milliardenbudgets darauf trainiert werden, Aufmerksamkeit zu maximieren", stellt sie klar. Der soziale Druck in Schulklassen mache freie Entscheidungen nahezu unmöglich - wenn 80 Prozent der Mitschüler auf TikTok aktiv seien, bedeute Nicht-Teilnahme automatisch sozialen Ausschluss.

Gesetzliche Lösung als notwendige Grenzziehung

Ein gesetzliches Mindestalter für Social-Media-Nutzung würde nach Horns Überzeugung eine klare gemeinsame Grenze setzen und Eltern entlasten - ähnlich wie bei Alkoholregelungen auf Klassenfahrten. Sie weist auch Kritik an einer möglichen Klarnamenpflicht zurück: "Ein wirksamer Altersnachweis für Minderjährige ist doch kein politisches Register für Erwachsene. Wer daraus einen Überwachungsstaat konstruiert, lenkt vom Kern ab: Es geht um den Schutz von 12-Jährigen, nicht um die Meinungsfreiheit von 40-Jährigen."

Für Marion Horn ist ein Staat, der hier keine Grenzen zieht, nicht liberal, sondern bequem. Jugendschutz bedeute Verantwortung zu übernehmen - und genau darum gehe es in der aktuellen Debatte. Die Generation, die während der Pandemie mit besonderen psychischen Belastungen konfrontiert war, sei verletzlicher als je zuvor und benötige besonderen Schutz vor den manipulativen Mechanismen sozialer Medien.

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