Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge hat im Interview mit dem SPIEGEL den gemeinsamen Abschied von der Plattform X (ehemals Twitter) mit Linken und SPD begründet. „Wir wollten diesen Schmutz nicht länger legitimieren“, sagte sie. Die Plattform sei „im Chaos versunken“ und Diskussionen dort „vollkommen verschwendete Energie“.
Gründe für den Rückzug
Dröge kritisierte die Entwicklung von X unter der Führung von Elon Musk. Die Plattform habe sich von einem Ort des Austauschs zu einer Bühne für Hass und Desinformation entwickelt. „Es ist nicht mehr möglich, dort sachlich zu debattieren“, erklärte sie. Die Entscheidung, X zu verlassen, sei gemeinsam mit den Fraktionen von Linken und SPD getroffen worden. Man wolle ein Zeichen setzen gegen die zunehmende Radikalisierung und die fehlende Moderation.
„Verschwendete Energie“
Auf die Frage, ob der Abschied nicht eine Kapitulation vor den Verhältnissen sei, antwortete Dröge: „Nein, es ist eine bewusste Entscheidung, unsere Zeit nicht mehr in einer Umgebung zu investieren, die von Hass und Lügen geprägt ist.“ Sie betonte, dass politische Kommunikation auch auf anderen Kanälen möglich sei. „Wir müssen nicht auf X sein, um mit den Menschen zu sprechen.“
Reaktionen und Ausblick
Der Schritt der drei Fraktionen hat in der politischen Landschaft für Diskussionen gesorgt. Während einige den Entschluss begrüßen, sehen andere darin einen Verlust an Reichweite. Dröge zeigte sich jedoch überzeugt: „Die Bürgerinnen und Bürger erreichen wir auch über andere Wege.“ Die Fraktionen wollen künftig verstärkt auf eigene Plattformen und klassische Medien setzen.
Das Interview führte Christoph Schult und wurde am 6. Mai 2026 veröffentlicht. Der vollständige Artikel ist hinter der Bezahlschranke von SPIEGEL+ verfügbar.



