Trump-naher Milliardär verspricht CNN redaktionelle Unabhängigkeit nach Übernahme
David Ellison, der Besitzer des Medienunternehmens Paramount Skydance und Sohn des Techmilliardärs Larry Ellison, steht kurz davor, die Muttergesellschaft von CNN zu übernehmen. In einem Fernsehinterview betonte der als Trump-Vertrauter geltende Milliardär, dass die redaktionelle Unabhängigkeit des Senders gewahrt bleiben soll. "Unser Geschäft soll die Wahrheit sein, soll Vertrauen sein. Das wird sich nicht ändern", sagte Ellison laut Medienberichten.
Panik bei CNN trotz Versprechen
Bei CNN herrscht jedoch nach wie vor große Besorgnis. Seit bekannt wurde, dass David Ellison der neue Besitzer werden wird, ist die Stimmung im Sender angespannt. Ein Medienbeobachter kommentierte: "Die Armee, die seit zehn Jahren versucht, die Burg CNN zu stürmen, hat es geschafft. Donald Trump hat das Tor niedergerissen." Diese Sorgen rühren daher, dass Donald Trump sich offenbar gewünscht hatte, dass die mit ihm befreundeten Ellisons den Sender übernehmen.
Vergangene Woche hatte die Mutterfirma von CNN, Warner Bros. Discovery, der Übernahme durch Paramount Skydance für 111 Milliarden Dollar zugestimmt. Ein zuvor laufender Bieterkrieg mit Netflix endete abrupt, nachdem Netflix überraschend den Rückzug ankündigte – vermutlich auf Druck des Weißen Hauses. Seitdem gibt es in Hollywood Befürchtungen, dass der neue Superkonzern die Arbeitsbedingungen untergraben könnte.
Finanzierung und Vergangenheit sorgen für Misstrauen
Die Finanzierung des Deals durch Saudi-Arabien, Abu Dhabi, Katar und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner trägt zusätzlich zur Skepsis bei, da diese Geldgeber nicht für ihre Unterstützung des Qualitätsjournalismus bekannt sind. Ellison versuchte im Interview, diese Bedenken zu zerstreuen, indem er CNN als "unglaubliche Marke" mit einem "unglaublichen Team" lobte. "Wir glauben absolut an die Unabhängigkeit dieser unglaublichen Journalisten, die wir auch in Zukunft unterstützen wollen", erklärte er.
Historische Vorfälle bei Paramount verstärken Ängste
Die Sorgen der CNN-Angestellten sind nicht unbegründet. Ellison hatte Paramount erst im vergangenen Jahr gekauft und sich selbst an die Spitze gesetzt. Anschließend beförderte er die konservative ehemalige Kolumnistin Bari Weiss zur Chefin des Paramount-Prestigesenders CBS News, was dort für erheblichen Ärger sorgte. Kürzlich gab zudem Fernsehlegende Anderson Cooper, Moderator der traditionsreichen CBS-Sendung "60 Minutes", seinen Abschied bekannt. Diese Vorfälle lassen bei CNN-Journalisten weiterhin Alarmglocken schrillen.
Insgesamt bleibt die Situation angespannt: Während David Ellison öffentlich Beteuerungen der Unabhängigkeit abgibt, deuten die historischen Entscheidungen und die politischen Verbindungen auf mögliche tiefgreifende Veränderungen hin, die die Zukunft von CNN nachhaltig prägen könnten.



