Epstein-Korrespondenz unwiederbringlich gelöscht: Königshof bestätigt Verlust der Mails
Das höchst brisante E-Mail-Konto der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, über das sie private Nachrichten mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein austauschte, existiert nicht mehr und kann auch nicht wiederhergestellt werden. Diese ernüchternde Bestätigung erteilte nun der norwegische Königshof in einer offiziellen Stellungnahme. Damit sind die umstrittenen elektronischen Briefwechsel aus den Jahren 2011 bis 2014 endgültig verloren.
Kronprinzessin wünscht sich Einblick in alte Korrespondenz
Mette-Marit hatte in einem ausführlichen Fernsehinterview, das am 20. März 2026 im Sender NRK ausgestrahlt wurde, bekräftigt, dass sie gerne noch einmal nachvollziehen würde, was sie damals genau geschrieben hat. In dem kritischen Gespräch, das am Vortag auf Gut Skaugum aufgezeichnet worden war, stellte sich das Kronprinzenpaar den unbequemen Fragen zur Epstein-Beziehung. Allerdings wich die 52-jährige Kronprinzessin vielen Nachfragen aus – mal mit dem Hinweis auf Privatsphäre, mal mit Erinnerungslücken.
Besonders eine E-Mail vom 23. Oktober 2011 sorgte für Diskussionsstoff: „Ich habe dich nach deiner letzten Mail gegoogelt. Ich stimme zu – es sah nicht besonders gut aus: -).“ Diese Nachricht, die aus den sogenannten „Epstein Files“ des US-Justizministeriums stammt, wurde Mette-Marit im Interview vorgelegt. Auf die Frage, was sie damals konkret recherchiert hatte und was aus ihrer Sicht „nicht gut“ aussah, antwortete sie ausweichend: „Ich würde mir wünschen, die übrige Mail-Korrespondenz lesen zu können.“ Eine inhaltliche Erklärung blieb sie schuldig.
Wiederherstellungsversuche des Königshofs gescheitert
Erst nach dem Interview wurde bekannt, warum die Kronprinzessin keinen Zugriff mehr auf die historischen Nachrichten hat. Das E-Mail-Konto wurde vor langer Zeit gelöscht, und zwar unwiderruflich. Simen Løvberg, Kommunikationsmitarbeiter am königlichen Hof, erklärte gegenüber der Zeitung „Aftenposten“: „Es wurde untersucht, ob man das Mail-Konto und die dazugehörenden Inhalte wiederherstellen kann. Wir haben vom Provider erfahren, dass das nicht möglich ist.“
Mette-Marit nutzte eine private E-Mail-Adresse bei einem norwegischen Anbieter. Interessanterweise wurden bereits im Juli 2012 die Zugangsdaten dieses Kontos bei einem Datenleck kompromittiert, wobei auch ihr Passwort betroffen war. Ob die Löschung des Kontos in direktem Zusammenhang mit diesem Sicherheitsvorfall steht, bleibt unklar. Der Königshof äußert sich zu diesen Details aus „Sicherheitsgründen“ nicht weiter.
Historischer Kontext der Epstein-Kontakte
Jeffrey Epstein war bereits 2008 wegen Prostitution einer Minderjährigen zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Als Mette-Marit ihm 2011 schrieb, sie habe ihn gegoogelt, war diese Vorstrafe längst öffentlich bekannt und auch in norwegischen Medien breit diskutiert worden. Der milliardenschwere Sexualstraftäter, der über exzellente Kontakte zu Politik, Prominenten und Wissenschaftlern verfügte, starb 2019 unter umstrittenen Umständen in seiner Gefängniszelle in New York.
Die nun bestätigte Unwiederbringlichkeit der E-Mail-Korrespondenz bedeutet, dass viele Fragen rund um die Beziehung zwischen der Kronprinzessin und Epstein wohl für immer unbeantwortet bleiben werden. Der norwegische Königshof hat mit den gescheiterten Wiederherstellungsbemühungen jedenfalls dokumentiert, dass man zumindest technisch alles Mögliche versucht hat, um Licht in diese dunkle Angelegenheit zu bringen.



