Faktencheck: So arbeitet der SPIEGEL mit den Epstein-Akten – Einblicke in die Recherche
Faktencheck: SPIEGEL-Recherche zu den Epstein-Akten

Faktencheck: So arbeitet der SPIEGEL mit den Epstein-Akten

Die Epstein-Files umfassen mehr als drei Millionen Seiten, bestehend aus E-Mails, Fotos, Videos und anderen Dokumenten. Auf Plattformen wie Instagram und TikTok kursieren zahlreiche Videos, in denen Nutzer Behauptungen über den Inhalt aufstellen und Medien vorwerfen, Informationen zu verheimlichen. Doch entspricht das der Wahrheit? Ein Blick hinter die Kulissen der SPIEGEL-Dokumentation zeigt, wie das Team mit den Akten arbeitet.

Die Herausforderungen der Dokumentenanalyse

Nikolai Antoniadis, ein Dokumentar beim SPIEGEL, beschäftigt sich seit Wochen intensiv mit den Epstein-Files. Er betont, dass nichts verheimlicht wird, aber noch nicht alle Informationen vollständig erschlossen sind. Das US-Justizministerium veröffentlichte Ende Januar einen neuen Schwung von Dokumenten auf einer eigenen Website, wo Hunderttausende PDF-Seiten verlinkt sind. Zwar ist eine Suche nach Begriffen möglich, doch der Prozess ist zeitaufwendig und nicht immer transparent.

Die Zugänglichkeit der Dokumente ist eingeschränkt: Die Akten liegen ohne klare Einordnung und Kontext vor, die Suchfunktion arbeitet unzuverlässig, und es können nur einzelne Dateien heruntergeladen werden. Zudem fehlen gelegentlich Dokumente, die zuvor verfügbar waren, oder Stellen werden nachträglich geschwärzt. Antoniadis erklärt, dass diese Redaktionen einen Sinn haben, etwa um Personen vor falschen Verdächtigungen zu schützen oder die Identität von Zeugen und Opfern zu wahren.

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Methoden der SPIEGEL-Recherche

Das SPIEGEL-Team setzt auf eine Kombination aus manueller Arbeit und technischer Unterstützung. Einerseits werden Tausende von Fotos und E-Mails manuell gesichtet, andererseits kommen selbstgeschriebene Programme und Skripte zum Einsatz, um die Dokumente systematisch zu durchsuchen. Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt bei der Analyse und gibt Hinweise auf verdächtige Muster oder relevante Inhalte.

Ziel ist es, bestimmte Personen, Unternehmen oder Organisationen in den Files zu identifizieren, um Verdachtsfällen nachzugehen oder auszuschließen. Dabei warnt Antoniadis vor voreiligen Schlüssen: Ein Treffer in der Suche, wie etwa der Name einer Politikerin, ist kein Beleg für eine Verbindung zum Täterkreis um Epstein. Oft handelt es sich um Medienartikel, die in den Dokumenten enthalten sind, weshalb der Kontext entscheidend ist.

Vorsicht bei Social-Media-Behauptungen

In sozialen Medien verbreiten sich schnell Fehlinformationen über die Epstein-Akten. Der SPIEGEL rät zur Skepsis und betont, dass verlässliche Informationen nur durch gründliche Recherche gewonnen werden können. Alle gesicherten Erkenntnisse werden auf SPIEGEL.de veröffentlicht, begleitet von weiteren Faktenchecks und vertiefenden Videos zum Thema.

Zusammenfassend zeigt dieser Einblick, dass die Arbeit mit den Epstein-Files komplex und zeitintensiv ist. Der SPIEGEL setzt auf eine methodisch fundierte Herangehensweise, um Transparenz zu schaffen und Missverständnissen entgegenzuwirken.

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