Grimme-Sonderpreis für Frank Elstner: TV-Legende wird für Lebenswerk und Engagement geehrt
Der renommierte TV-Moderator und Erfinder der Kultshow „Wetten, dass?“, Frank Elstner, erhält in diesem Jahr einen begehrten Grimme-Sonderpreis. Der 83-jährige Entertainer wird nicht nur als herausragender Fernsehmacher, sondern auch als engagierter Botschafter für gesellschaftliche Anliegen ausgezeichnet. Das Grimme-Institut gab diese Entscheidung am Donnerstag in Marl bekannt und hob insbesondere Elstners langjähriges Engagement für Betroffene der Parkinson-Krankheit hervor. Der Moderator unterstützt aktiv die Parkinson-Stiftung und setzt sich für Aufklärung und Hilfe ein.
Preisverleihung in Marl mit 16 ausgezeichneten Produktionen
Die nicht dotierten, aber in der Fernsehbranche hoch angesehenen Grimme-Preise werden bei einer festlichen Gala am 24. April in Marl verliehen. Insgesamt werden 16 Produktionen mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, ergänzt durch drei Sonderpreise. Die Veranstaltung verspricht, ein Highlight des deutschen TV-Jahres zu werden und die Vielfalt und Qualität des Fernsehens zu würdigen.
Grimme-Chefin Uzunoğlu lobt gesellschaftliche Themen, kritisiert aber Lücken
Çiğdem Uzunoğlu, die Chefin des Grimme-Instituts, zeigte sich beeindruckt von der thematischen Bandbreite der prämierten Filme. Sie lobte, dass Themen wie Rassismus, Rechtsradikalismus oder die prekäre Situation im Gesundheitssystem auf vielfältige und sensible Weise erzählt werden. Gleichzeitig wies sie auf deutliche thematische Lücken hin: „Die Kriege in Europa und im Nahen Osten kommen nicht vor, ebenso wenig die Klimakrise. Fehlt es hier an Mut?“ Ihre kritische Frage unterstreicht die Erwartung an das Fernsehen, auch kontroverse und dringende globale Themen mutig aufzugreifen.
Ausgezeichnete Produktionen in verschiedenen Kategorien
In der Kategorie Information & Kultur erhält erstmals der Privatsender RTL2 einen Grimme-Preis für den Zweiteiler „Hass.Hetze.Hoffnung“, der sich mit Alltagsrassismus gegen asiatisch aussehende Menschen auseinandersetzt. Zwei lange Kino-Dokumentarfilme werden ebenfalls gewürdigt: „Das leere Grab“ (ZDF – Das kleine Fernsehspiel) behandelt die Rückführung menschlicher Überreste aus der Kolonialzeit, und „Petra Kelly – Act Now!“ (rbb/BR/RB/ARTE) porträtiert die Mitgründerin der Grünen.
Der Preis für die Besondere Journalistische Leistung geht in diesem Jahr an die Kairoer ZDF-Korrespondentin Golineh Atai. Die Jury lobte ihre ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt, die tiefe Einblicke in komplexe politische und soziale Dynamiken bieten.
Fiktion, Unterhaltung und Kinderprogramm im Fokus
In der Kategorie Fiktion wird unter anderem der Frankfurter „Tatort – Dunkelheit“ (ARD Degeto/hr) ausgezeichnet. Dieser Krimi erzählt die Geschichte eines Serienmörders, dessen Taten durch die Entdeckung menschlicher Überreste bei einer Wohnungsauflösung aufgedeckt werden. Ebenfalls prämiert wird der Finanzthriller „Die Affäre Cum-Ex“ (ZDF), der ein globales Betrugssystem aufarbeitet.
In der Kategorie Unterhaltung vergibt die Jury einen Preis an die Prime-Video-Serie „Gerry Star“, eine Comedy über einen erfolglosen Musikproduzenten mit grandiosen Selbstillusionen. Weitere Auszeichnungen gehen an die Wissenssendung „MAITHINK X – Die Show (2025)“ (ZDF) mit der Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim und die Interview-Show „smypathisch – die show“ (ZDF/funk) mit Marie Lina Smyrek.
Für das junge Publikum erhält der Spielfilm „Grüße vom Mars“ (NDR, hr, KiKa/MDR) einen Grimme-Preis in der Kategorie Kinder & Jugend. Der Film porträtiert einen autistischen Zehnjährigen, dessen sorgfältig ausbalancierte Alltagsroutine durch einen vierwöchigen Besuch bei den Großeltern durcheinandergebracht wird, und erzählt einfühlsam von den Herausforderungen und Chancen dieser Erfahrung.
Die Grimme-Preise stehen seit Jahrzehnten für Qualitätsfernsehen und setzen Maßstäbe in der deutschen Medienlandschaft. Mit der Auszeichnung von Frank Elstner und den vielfältigen prämierten Produktionen betont die Jury erneut die Bedeutung von Engagement, journalistischer Tiefe und kreativer Erzählkunst im Fernsehen.



