Iris Berben: Warum die Ehe für sie nie in Frage kam
Die renommierte Schauspielerin Iris Berben, 75, hat in ihrer langen Karriere viele Rollen gespielt, doch eine Rolle hat sie stets abgelehnt: die der Ehefrau. In einem aktuellen Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sprach sie offen über ihre Ablehnung der Ehe, die tief in ihrer Sozialisation in den 1960er Jahren verwurzelt ist.
Vier Heiratsanträge und ein klares Nein
Berben hat in ihrem Leben vier Heiratsanträge erhalten, doch sie hat stets abgelehnt. »Eine Ehe war das Letzte, was ich mir in meinem Leben vorstellen konnte«, erklärte die Schauspielerin. Diese Haltung führt sie auf ihre politische und soziale Prägung in den Sechzigerjahren zurück. »Wir wollten uns vom Elternhaus und Großelternhaus absetzen – von festgefahrenen, verkrusteten Normen, von einer Generation, die keine Verantwortung übernehmen wollte für das, was geschehen war«, so Berben.
Der Kampf um Unabhängigkeit
Ein zentraler Grund für ihre Ablehnung der Ehe ist das Festhalten an ihrer persönlichen Unabhängigkeit. In den 1960er Jahren mussten Frauen oft ihren Ehemann um Erlaubnis fragen, um arbeiten zu dürfen. »Von diesem Korsett wollten wir uns befreien«, betonte Berben. Trotzdem betont sie, keine generelle Gegnerin der Ehe zu sein. »Ich glaube, dass es für viele Menschen eine wunderbare Form von gemeinsamer Kraft und Sicherheit ist, und für viele mag es auch eine finanzielle Absicherung sein«, sagte sie.
Leben in eheähnlichen Verhältnissen
Obwohl Berben nie geheiratet hat, führt sie seit fast 20 Jahren eine feste Beziehung mit dem Schauspieler Heiko Kiesow. Zuvor war sie 32 Jahre lang mit dem Geschäftsmann Gabriel Lewy liiert. Diese langjährigen Partnerschaften zeigen, dass ihre Ablehnung der Ehe nicht mit einer Ablehnung von Beziehungen gleichzusetzen ist.
Berufliche Auseinandersetzung mit dem Thema
Auch in ihrer beruflichen Laufbahn setzt sich Berben mit dem Thema Ehe auseinander. Ende Februar kommt ihr neuer Film »Ein fast perfekter Antrag« in die deutschen Kinos. In dieser Produktion spielt sie die Kunstprofessorin Alice Olsen, die ihre alte Jugendliebe wieder trifft, aber ähnlich wie Berben selbst nichts vom Heiraten hält. Dieser Film unterstreicht ihre persönliche Haltung und bringt sie einem breiten Publikum näher.
Iris Berben bleibt damit eine Ikone der Unabhängigkeit und des selbstbestimmten Lebens, die ihre Überzeugungen konsequent in die Tat umsetzt.



