Karin Thaler von Rosenheim-Cops: Emotionale Erinnerungen an Spielsucht der Mutter
Karin Thaler: Emotionale Erinnerungen an Spielsucht der Mutter

Karin Thaler bricht in Interview fast zusammen: Emotionale Erinnerungen an Spielsucht der Mutter

Die bekannte Schauspielerin Karin Thaler, die in der beliebten ZDF-Serie "Die Rosenheim-Cops" als Stadträtin Marie Hofer zu sehen ist, kämpfte in einem aktuellen Interview mit starken Emotionen. "Ich darf gar nicht zu viel reden, sonst kommen mir die Tränen", sagte die 60-Jährige mit beinahe versagender Stimme, während sie über die schwierigsten Jahre ihres Lebens sprach.

Biografisches Buch enthüllt jahrzehntelanges Familiengeheimnis

Anlass für die emotionalen Momente ist Thalers kürzlich veröffentlichtes biografisches Buch "Stark, weil ich stark sein musste". Darin enthüllt die Schauspielerin die jahrzehntelange Spielsucht ihrer Mutter Helga, die im Jahr 2022 verstarb. Thaler beschreibt darin, wie ihr gesamtes Einkommen für die Sucht der Mutter draufging, sie Bürgschaften im sechsstelligen Bereich übernahm und zeitweise nicht einmal mehr Geld für Essen hatte.

Im Interview mit dem ARD-Magazin "Brisant" erinnerte sich Thaler an die schlimmsten Zeiten: "Wir haben uns von Monat zu Monat gerettet". Der Hausrat bestand damals nur aus einer Matratze, einem Tisch mit Fernseher und zwei Stühlen. Die Schauspielerin schilderte eindrücklich: "Ich kenne das Gefühl, wenn du am Geldautomaten stehst und kriegst keine zehn Mark. Und weißt nicht, was du essen sollst".

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Nach dem Tod der Mutter: Lebensbeichte und Erkenntnis

Das volle Ausmaß der Sucht ihrer Mutter erkannte Thaler erst nach deren Tod. Helga hinterließ eine 129-seitige Schrift mit dem Titel "Mein anderes Leben", die als Autobiografie und Lebensbeichte gedacht war. Nachdem Thaler diese Seiten fand, wurde ihr klar, dass sie es sein sollte, die diese Geschichte öffentlich macht.

Über ihre Mutter sagte Thaler im Interview: "Sie hat es ja nicht böse gemeint, sie war ein grundguter, liebevoller Mensch, aber krank. Sie hatte eine manisch-depressive Störung und war spielsüchtig". Trotz aller Schwierigkeiten hielt die Tochter immer zu ihrer Mutter.

Co-Abhängigkeit und persönliche Verarbeitung

Heute erkennt Thaler, dass sie selbst in einer Co-Abhängigkeit gefangen war: "Ich war co-abhängig: Ich habe alles vertuscht und ihre Lügen weiter gelogen". Sie versuchte, ihre Mutter zu schützen und die Wahrheit vor der Außenwelt zu verbergen. Über ihre aktuellen Emotionen während des Interviews zeigte sich die Schauspielerin überrascht: "Und ich dachte, ich hätte das schon alles überwunden".

Dennoch setzte Thaler das Interview professionell fort. Die 1986 von Schauspiel-Ikone Senta Berger und deren verstorbenem Mann Michael Verhoeven entdeckte Künstlerin möchte mit ihrem Buch anderen Menschen Mut machen. Auf die Frage, woher sie selbst die Kraft für alles genommen hat, antwortete sie: "Ich hatte die schönste Kindheit – immer draußen, immer abgebusselt und abgeknuddelt".

Die emotionale Offenheit der sonst so resoluten Seriendarstellerin zeigt, wie tiefgreifend familiäre Suchterkrankungen wirken können – selbst Jahrzehnte später und trotz beruflichem Erfolg.

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