Wie ein Autounfall das Leben von Katja Burkard für immer veränderte
Die bekannte RTL-Moderatorin Katja Burkard (60) hat in einem offenen Gespräch mit BILD erstmals detailliert geschildert, wie ein schwerer Autounfall in ihren 20er-Jahren ihr Leben nachhaltig geprägt hat. Der Vorfall führte nicht nur zu einem dauerhaften Tinnitus, sondern auch zur Entwicklung ihres charakteristischen Lispelns, das heute als Markenzeichen der beliebten „Punkt 12“-Moderatorin gilt.
Der verhängnisvolle Unfall in Italien
„Ich habe irgendwann mit Mitte 20 einen Autounfall gehabt und habe einen Tinnitus davon bekommen“, erzählt Burkard im Interview. Die damals 32-Jährige war mit ihrem Ex-Freund in Italien unterwegs, als es bei Aquaplaning zu einem schweren Unfall kam. „Ganz schlimm. Uns ist zum Glück nichts passiert, aber ich bin im Schock draußen rumgelaufen, habe die Trümmerteile eingesammelt“, erinnert sich die Moderatorin.
Die psychischen Folgen waren unmittelbar spürbar: „Zum Glück war mein Ex Arzt und hat mir Valium gespritzt, weil ich mich nicht beruhigen konnte, da der Tinnitus nicht wegging.“ Dieser Moment markierte den Beginn einer lebenslangen Begleitung durch das permanente Ohrgeräusch.
Vom Makel zur Marke: Die Geschichte des Lispelns
Neben dem Tinnitus entwickelte Burkard durch den Unfall auch ein Lispeln, das ihr zunächst gar nicht bewusst war. „Das sei eigentlich auch erst aufgefallen, als ich moderiert habe, durch das Mikrofon“, erklärt sie. Während Zuschauer und Kollegen die Sprachveränderung wahrnahmen, blieb sie für die Moderatorin selbst unhörbar.
Ihre Versuche, das Lispeln durch Sprachtraining zu korrigieren, scheiterten: „Dann habe ich versucht, das mit Training wegzukriegen, aber ich habe es nicht gehört“, schildert Burkard. Die Sprachtrainerin kapitulierte schließlich mit den Worten: „Katja, du stresst dich so sehr damit und du hörst es ja nicht, ich weiß nicht, wie wir da arbeiten sollen.“
Die pragmatische Reaktion ihrer Chefs – „Komm, egal“ – wurde schließlich zum Wendepunkt. „Und dann war es so“, beschreibt Burkard diesen Moment des Loslassens, in dem aus einem vermeintlichen Makel ein Teil ihrer unverwechselbaren Persönlichkeit wurde.
Leben mit dem dauerhaften Begleiter
Den Tinnitus hat Katja Burkard bis heute, doch sie hat einen konstruktiven Umgang damit gefunden. „Ich gehe wunderbar damit um, weil ich damals einen tollen Arzt hatte“, erklärt sie. Dieser Arzt sagte ihr direkt die ungeschminkte Wahrheit: „Der wird nie weggehen, versöhnen Sie sich mit dem Tinnitus, das muss ihr Freund werden.“
Heute betrachtet die Moderatorin das permanente Geräusch im Ohr „als eine Art innere Alarmanlage“. Sie sagt: „Aber ich bin wirklich fein damit.“ Wenn sie das Pfeifen stärker wahrnimmt, weiß sie: „Jetzt muss ich vielleicht doch noch ein Stündchen länger schlafen und mal einen Gang herunterfahren.“
Selbstbewusstsein statt Verstecken
Was als Folge eines traumatischen Ereignisses begann, ist heute integraler Bestandteil von Katja Burkards öffentlicher Persona. Sowohl das Lispeln als auch der Tinnitus sind geblieben, doch die Moderatorin steht heute selbstbewusst zu diesen Besonderheiten.
Ihre Offenheit in diesem Interview zeigt, wie aus vermeintlichen Schwächen Stärken werden können und wie wichtig Akzeptanz im Umgang mit körperlichen Einschränkungen ist. Burkards Geschichte ermutigt dazu, vermeintliche Makel nicht als Defizite, sondern als individuelle Merkmale zu betrachten, die eine Persönlichkeit einzigartig machen.



