Deloitte-Studie enthüllt klare Generationenkluft bei Social-Media-Nutzung
Die Nutzung sozialer Medien in Deutschland entwickelt sich nach einer aktuellen Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte in entgegengesetzte Richtungen. Während jüngere Bevölkerungsgruppen ihren Konsum von Plattformen wie TikTok, Instagram und Facebook weiter intensivieren, zeigt die ältere Generation ab 55 Jahren erste deutliche Rückzugstendenzen.
Altersgruppen im direkten Vergleich
Die repräsentative Umfrage unter 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom 11. bis 22. Januar 2026 offenbart markante Unterschiede:
- In den Altersgruppen 55 bis 64 Jahre und über 65 Jahre gaben jeweils 6 Prozent an, ihre Social-Media-Nutzung im Vergleich zum Vorjahr reduziert zu haben.
- Bei den 14- bis 18-Jährigen berichteten dagegen 28 Prozent von gesteigerter Nutzung – der höchste Wert aller befragten Gruppen.
- Die Tendenz ist eindeutig: Je jünger die Befragten, desto stärker hat die auf Social-Media-Plattformen verbrachte Zeit zugenommen.
„Die Nutzung boomt bei Jüngeren, geht jedoch mit steigendem Alter zurück und dreht schließlich sogar ins Negative“, konstatieren die Studienautoren von Deloitte. Im Saldo aller Altersgruppen von Teenagern bis zu Senioren sagten acht Prozent, dass sie mehr Zeit auf Social-Plattformen verbringen würden.
Soziale Medien bleiben dominante Medienform
Trotz der Rückzugstendenzen bei Älteren behalten soziale Medien ihre Spitzenposition im deutschen Medienkonsum. Mit fast vier Fünftel (78 Prozent) der Bevölkerung verfügen sie über die größte Nutzerbasis – deutlich vor traditionellen Medienformen wie gedruckten Zeitungen, Online-Medien oder Videostreaming-Diensten.
Die jährliche Deloitte-Erhebung zur Mediennutzung in Deutschland zeigt weitere interessante Entwicklungen:
- Videostreaming-Angebote von Netflix und ähnlichen Diensten verzeichnen starken Zuwachs – fast ein Viertel der Befragten meldet gestiegenen Konsum.
- Klassische Medienformen wie Bezahlfernsehen, Radio sowie gedruckte Zeitungen und Zeitschriften verlieren im Saldo weiter an Reichweite.
Die Studie widerlegt damit klar die These einer generellen Social-Media-Müdigkeit in der deutschen Bevölkerung. Stattdessen zeichnet sich ein differenziertes Bild ab, das vor allem durch den Generationenfaktor geprägt ist. Während die Digital Natives ihre Präsenz in sozialen Netzwerken weiter ausbauen, überdenken Teile der älteren Generationen ihr Nutzungsverhalten kritisch.



