Martensteins offener Brief an Uta Franciscodos Santos: Politikerin sieht sich als Medienopfer
Martenstein an Franciscodos Santos: Politikerin als Medienopfer

Offener Brief von Harald Martenstein an Uta Franciscodos Santos

In seiner täglichen Kolumne wendet sich der Journalist Harald Martenstein (72) mit einem offenen Brief an die Berliner SPD-Politikerin Uta Franciscodos Santos. Die Politikerin, die als Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin von Berlin-Mitte mit etwa 400.000 Einwohnern angetreten war, ist nach einer Krankschreibung in der Kritik.

Krankschreibung während des Wahlkampfs

Die „taz“ berichtete unter Berufung auf den Anwalt von Franciscodos Santos, dass die Krankschreibung bei der Finanzverwaltung seit 2024 auf einen Sportunfall zurückgehe. Ihre eigene Partei soll davon nach Angaben in den Medien keine Kenntnis gehabt haben. Martenstein stellt die Frage, wie man für einen Bürojob zu krank sein könne, während man gleichzeitig putzmunter Wahlkampf betreibe und möglicherweise einen stressigen neuen Job antrete.

Der Journalist bezeichnet dies als unsauberes Vorgehen und verweist darauf, dass Franciscodos Santos erst nach Tagen und sehr widerwillig von ihrer Kandidatur zurückgetreten sei. Als Grund für ihren Rückzug nannte die Politikerin eine „mediale Kampagne“ von „rechten Medien“, wobei sie unter anderem BILD meinte.

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Politikerin sieht sich als Opfer

Martenstein nimmt in seinem Brief Bezug auf die Selbstwahrnehmung von Franciscodos Santos als Opfer. „Sie sehen sich als Opfer. Ich finde, damit treffen Sie einen richtigen Punkt“, schreibt er ironisch. Er spielt darauf an, dass das Regieren ohne freie Medien entspannter wäre – man könnte sich dann angstfrei Urlaubsreisen aus Steuergeld bezahlen lassen, Provisionen kassieren oder Kindergeld für den Pudel beantragen.

Abschließend entschuldigt sich Martenstein bei der Politikerin für den Schmerz, den Journalisten ihr zugefügt haben, betont aber, dass dies zum Job gehöre. „Wir sind auch Opfer. Die Demokratie ist an allem schuld“, schließt er mit einem Augenzwinkern und sendet allerbeste Grüße.

Die Kolumne lädt Leser dazu ein, ihre Meinung zu äußern und direkt an Harald Martenstein zu schreiben. Der Beitrag reflektiert damit nicht nur einen konkreten politischen Fall, sondern wirft grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Politik, Medien und Verantwortung in einer Demokratie auf.

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