Martensteins Hommage an Brigitte Bardot: Vergessen bei den Oscars, unvergessen im Herzen
Martenstein: Bardot bei Oscars vergessen, doch unsterblich

Eine Kolumne als zärtlicher Nachruf: Martenstein erinnert an Brigitte Bardot

Harald Martenstein (72), der neue tägliche Kolumnist der BILD, widmet seine jüngste Kolumne einer der größten Filmikonen des 20. Jahrhunderts: Brigitte Bardot. In einfühlsamen Worten zeichnet er das Porträt einer Frau, die unter ihrer eigenen Schönheit litt und dennoch unvergessen bleibt.

Das Pech, zu schön zu sein

Brigitte Bardot war zweifellos einer der strahlendsten Stars ihrer Generation. Doch wie Martenstein pointiert anmerkt, hatte sie das Pech, sehr schön zu sein. Obwohl sie durchaus talentiert war, wurde sie fast ausschließlich auf Grund ihrer äußeren Erscheinung besetzt. Diese Reduzierung auf ihr Äußeres ließ sie mit der Zeit verbittern und in die Isolation treiben.

Ihr Bett teilte sie schließlich nicht mehr mit Männern, sondern fand Trost bei ihren Katzen. Denen war, wie Martenstein einfühlsam schreibt, egal, wie sie aussah. Eine tiefe Freundschaft verband sie bis zum Ende mit Alain Delon, einst ebenfalls ein weltberühmter Schönling und Star.

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Politische Sympathien und Oscar-Vergessenheit

Beide, Bardot und Delon, hegten Sympathien für die politische Rechte – in der Filmbranche ein unüblicher Standpunkt. Alain Delon starb im Sommer 2024 im Alter von 88 Jahren. Bei der folgenden Oscar-Verleihung wurde jedoch nicht an ihn erinnert, obwohl traditionell der verstorbenen Größen des vergangenen Jahres gedacht wird.

Ein Jahr später, 2025, starb Brigitte Bardot mit 91 Jahren. Und wieder fehlte ihr Name bei der Oscar-Gedenkfeier. Martenstein kritisiert dies deutlich: Bardot war berühmter als viele der Genannten. Ihre „Verbrechen“ bestanden lediglich aus ein paar dummen Sätzen und der Wahl falscher Freunde.

Ein Appell für mehr Gnade und Liebe

Doch Martenstein ist überzeugt: Man wird sich an Brigitte Bardot noch erinnern, wenn die Oscar-Verleihung des Jahres 2026 längst vergessen ist. Seine Kolumne schließt mit einem bewegenden Wunsch auf Französisch: „Que vous reposez en calme“ – Mögen Sie in Ruhe ruhen.

Er hofft, dass es dort, wo Bardot und Delon jetzt sind, mehr Gnade, mehr Großzügigkeit und mehr Liebe gibt als hier auf der Erde. Eine zutiefst menschliche Hommage an eine komplexe Künstlerin, die über ihren Tod hinaus wirkt.

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