Historisches Urteil gegen Meta: 375 Millionen Dollar Strafe für Gefährdung junger Nutzer
In einem wegweisenden Gerichtsverfahren hat eine US-Jury den Social-Media-Giganten Meta zu einer Geldstrafe von 375 Millionen Dollar verurteilt. Das Urteil fiel nach einem fast sieben Wochen dauernden Prozess in Santa Fe, New Mexico, und markiert den ersten erfolgreichen Abschluss in einer Serie von Klagen gegen Online-Plattformen wegen mutmaßlicher Schädigung junger Nutzer.
Gewinne über Sicherheit gestellt
Die Geschworenen folgten der Argumentation der Staatsanwaltschaft, dass Meta – Eigentümer von Instagram, Facebook und WhatsApp – bewusst Gewinne über den Schutz junger Nutzer gestellt habe. „Gewissenlose Handelspraktiken“ wurden dem Konzern vorgeworfen, der laut Jury die Schwächen und mangelnde Erfahrung von Kindern systematisch ausgenutzt habe.
Die Klage geht auf Ermittlungen von Generalstaatsanwalt Raúl Torrez zurück, dessen Mitarbeiter sich auf den Plattformen als Kinder ausgaben und dabei zahlreichen Belästigungen ausgesetzt waren. „Meta hat Risiken für junge Nutzer und deren Eltern verschwiegen“, so der Vorwurf der Anklage.
Meta kündigt Berufung an
Ein Unternehmenssprecher von Meta erklärte umgehend, man sei mit dem Urteil nicht einverstanden und werde Berufung einlegen. „Wir arbeiten hart daran, unsere Nutzer zu schützen“, betonte der Sprecher und verwies auf bestehende Sicherheitsmaßnahmen. Gleichzeitig räumten Meta-Anwälte ein, dass trotz aller Anstrengungen einige schädliche Inhalte durch das Sicherheitsnetz schlüpfen könnten.
Interessanterweise reagierte der Aktienmarkt gelassen auf die Nachricht: Die Meta-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um 5 Prozent, was Analysten als Signal für die eingepreiste Erwartungshaltung der Aktionäre werten.
Erst der Anfang einer Klagewelle
Das Urteil in New Mexico ist nur der Auftakt zu zahlreichen weiteren Verfahren. Mehr als 40 Generalstaatsanwälte haben bundesweit vergleichbare Klagen gegen Meta eingereicht. Ihnen zufolge trägt das Unternehmen durch bewusst süchtig machende Plattform-Funktionen zu einer psychischen Gesundheitskrise bei Jugendlichen bei.
Parallel beraten Geschworene in Los Angeles über eine Klage, in der einer jungen Frau Meta und Google-Tochter YouTube vorwerfen, ihre Dienste absichtlich suchtfördernd gestaltet zu haben. Die zweite Prozessphase in New Mexico findet im Mai statt, wenn ein Richter über mögliche zusätzliche Auflagen und Entschädigungszahlungen entscheiden wird.
Keine sofortigen Änderungen erwartet
Trotz des historischen Urteils wird Meta nicht unmittelbar gezwungen sein, seine Geschäftspraktiken zu ändern. Erst die richterliche Entscheidung im Mai kann konkrete Auflagen zur Plattformgestaltung oder Zahlungen für Präventionsprogramme zur Folge haben. Die Debatte um die Verantwortung von Social-Media-Konzernen für den Jugendschutz ist damit jedoch endgültig im forensischen Fokus angelangt.



