Norwegens Kronprinzessin verliert ihr Herzensprojekt
Schwere Zeiten für Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit: Die 52-Jährige muss nun ihr langjähriges Herzensprojekt aufgeben. Der norwegische Bibliotheksverband hat die Zusammenarbeit mit der prominenten Literatur-Botschafterin beendet und sie als Schirmherrin abgesetzt. Der Grund dafür ist die ungeklärte Verbindung der Kronprinzessin zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Letzter öffentlicher Auftritt vor gesundheitlicher Auszeit
Am 28. Januar 2026 besuchte Mette-Marit die Hundertjahrfeier der Bibliothek von Fredrikstad – ihr letzter großer öffentlicher Auftritt vor einer angekündigten Auszeit wegen gesundheitlicher Probleme. Die Kronprinzessin, die seit Jahren als engagierte Förderin von Lesekompetenz und Literaturzugang auftrat, zeigte sich bei diesem Anlass sichtlich emotional.
Bibliotheksverband zieht klare Konsequenzen
In einer deutlichen Pressemitteilung begründete der Bibliotheksverband seine Entscheidung: „Nachdem bekannt wurde, dass die Kronprinzessin Kontakt mit Jeffrey Epstein hatte, wurde vom königlichen Hof signalisiert, dass die Kronprinzessin weitere Informationen liefern würde. Der Verband hat bisher keine solchen Informationen erhalten.“ Der Vorstand hatte sich in mehreren Sitzungen mit der Frage der Schirmherrschaft befasst und kam zu dem Schluss, dass die Situation durch Vertrauensbrüche und Unwahrheiten problematisch geworden sei.
Epstein-Verbindung belastet Vertrauen
Die Enthüllungen aus den Epstein-Akten zeigen eine deutlich engere Verbindung zwischen Mette-Marit und dem Sexualstraftäter, als die Kronprinzessin zunächst zugegeben hatte. Die Dokumente belegen:
- Private E-Mail- und Textnachrichten-Austausche mit Epstein
- Mehrtägige Aufenthalte in Epsteins Anwesen in Palm Beach, Florida im Jahr 2013
- Vermittlung von persönlichen Dienstleistungen wie Zahnarzt und Friseur durch Epstein
Diese Verbindungen waren bereits 2019 teilweise bekannt geworden, doch erst die jüngsten Enthüllungen zeigten das volle Ausmaß der Beziehung.
Warten auf die große Erklärung
Am 6. Februar 2026 entschuldigte sich Mette-Marit formell bei der norwegischen Bevölkerung und insbesondere beim Königspaar. Der königliche Hof kündigte an, dass die Kronprinzessin „alles erzählen und alles ausführlich erklären“ wolle. Doch bis heute liegt weder eine umfassende Stellungnahme noch ein Interview vor. Nach zahlreichen Nachfragen teilte der Hof lediglich mit, dass sich der Gesundheitszustand der Kronprinzessin verschlechtert habe.
Wertekonflikt führt zum Bruch
Der Bibliotheksverband betonte in seiner Erklärung: „Die ans Licht gekommenen Werte sind nicht mit den Werten vereinbar, für die der Norwegische Bibliotheksverband steht. Die Verbrechen, mit denen der Epstein-Fall in Verbindung steht, erschweren es, die Schirmherrschaft aufrechtzuerhalten.“ Damit folgt der Verband mehreren anderen Organisationen, die bereits zuvor die Zusammenarbeit mit der Kronprinzessin eingestellt hatten.
Besonders schmerzlich für die literaturbegeisterte Mette-Marit dürfte die Begründung des Verbandes sein, der explizit von „Lügen und Vertrauensbruch“ spricht. Die Kronprinzessin, die regelmäßig Buchmessen besuchte und sich öffentlich für Literatur engagierte – unter anderem besuchte sie 2019 mit Ehemann Haakon den Berliner Buchladen „Pankebuch – Die schönsten Bücher des Nordens“ – verliert damit nicht nur eine formelle Position, sondern auch ein zentrales Projekt ihrer öffentlichen Arbeit.



